Eon-Aufspaltung "Gehen Sie davon aus: Eon bleibt im Dax!"

In Düsseldorf hat der Eon-Vorstand die Aufspaltung des Stromkonzerns erläutert. Wo das neue Unternehmen sitzen soll, wann die Revolution abgeschlossen ist - die Pressekonferenz zum Nachlesen.
Eon-Konzernchef Teyssen bei der Pressekonferenz

Eon-Konzernchef Teyssen bei der Pressekonferenz

Foto: DPA

12.18 Uhr: Damit ist die Pressekonferenz beendet.

12.17 Uhr: Und eine weiteres großes Fragezeichen: Gehen mit der Aufspaltung direkt größere Kraftwerksschließungen einher? Arbeitsdirektor Winkel sagt, es gebe dazu noch keine weiteren Planungen. Die Neugesellschaft werde mit Sicherheit ein attraktiver Kooperationspartner für andere Unternehmen.

12.16 Uhr: Wichtige Frage: Bleibt Eon in Deutschlands Börsen-Bundesliga? "Es gäbe Themen, die mich schlechter schlafen lassen, als in irgendwelchen Ordensklassen aufgenommen zu sein", sagt Teyssen dazu. "Gehen Sie aber davon aus: Eon bleibt im Dax!"

12.13 Uhr: Teyssen konkretisiert die Aufspaltung: Viele heutige Untergesellschaften seien als integrierte Versorger geboren worden - entsprechend würden sie nicht in Gänze der neuen Eon oder dem anderen neuen Unternehmen zugesprochen werden können, sondern müssten ebenfalls aufgetrennt werden.

12.05 Uhr: Während Eon über seine künftige Strategie informiert, hat sich auch Wettbewerber RWE zu Wort gemeldet. Der hochverschuldete Energiekonzern will der Energiewende anders als Wettbewerber Eon nicht mit einer Aufspaltung begegnen. "Wir wollen unseren Konzern weiterhin entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufstellen", sagte eine Sprecherin. Der RWE-Vorstand sei überzeugt, durch Optimierungen wieder Tritt fassen zu können.

12.01 Uhr: Wo fließen die zusätzlichen Investitionen hin? Finanzchef Schäfer: "Schwerpunkte, die wir heute schon haben: Erneuerbare, Netze, dezentrale Kundenlösungen."

11.58 Uhr: Johannes Teyssen kommt noch einmal auf die Planungen zurück. Auch der Aufsichtsrat sei Schritt für Schritt eingebunden worden: "Sie können sicher sein, dass hier am Sonntagmorgen niemand saß und völlig verdutzt war."

Wer hatte die Idee für die Aufspaltung?

11.57 Uhr: Ein Journalist will wissen, wann die Mitarbeiter erführen, in welchem Unternehmen sie in Zukunft arbeitete. Arbeitsdirektor Winkel sagt, für den Großteil der 60.000 Beschäftigten sei das ohnehin klar; für den Rest würde innerhalb der kommenden Monate entsprechende Pläne gemacht.

11.54 Uhr: Erste Überlegungen zur Aufspaltung seien im Januar angestrengt worden. Damals habe man grundlegend überlegt, was bestimmte Investoren oder innovative Unternehmen wie Google auszeichne; anschließend seien in Workshops verschiedene Ideen diskutiert worden.

11.51 Uhr: Nachdem zunächst mehrere Journalisten auf Atomkraft-Fragen zurückgriffen, steht nun im Zentrum der Aufmerksamkeit. Teyssen sagt nicht allzu viel, auch zu konkreten Fragen nicht: "Ich kann bestätigen, dass Essen im Rhein-Ruhr-Gebiet liegt."

Und wer hatte die Idee für die Aufspaltung? Teyssen: "Ich kann Ihnen positiv bestätigen, es war nicht Herr Teyssen!"

11.49 Uhr: Pressenachfrage: Wird die neue Aktie ein Investment für Zocker? Immerhin sei alles drin, was nicht so gut laufe. Teyssen dazu: "Die Investoren, mit denen wir sprechen, sind keine Zocker." Das Papier sei wohl etwas volatiler, weil die Geschäfte dahinter entsprechend aufgestellt seien. Entsprechend würde es andere Investoren ansprechen als die künftige Eon. Er wisse nicht, welches Unternehmen in fünf Jahren das erfolgreichere sei.

11.45 Uhr: CFO Klaus Schäfer zum EBITDA des neuen Unternehmens: "Die zukünftige Eon wird auf Basis von 2013 ein Ebitda von etwa 5 Milliarden Euro haben. Was die Neugesellschaft betrifft, wäre es ein Ebitda von gut 4 Milliarden Euro gewesen."

11.41 Uhr: Teyssen hat keine Lust mehr auf Atomkraftfragen: "Bei allem Respekt: Zur Kernkraft haben wir alles zwei- und dreimal gesagt und viermal geschrieben." Kein Versorger in Europa sei besser aufgestellt als das neue Eon-Unternehmen; der Mutterkonzern habe schließlich auch ein Interesse am Erfolg des neuen Unternehmens - schließlich sei man Minderheitsaktionär und wolle über Verkäufe der Aktien das zukünftige Wachstum finanzieren.

11.38 Uhr: Teyssen appelliert an die Medienvertreter, keine "Kernkraftstory zu schreiben" - das neue Unternehmen habe Wasser-, Kohle- und Gaskraftwerke, entsprechend gehe es nicht nur die Auslagerung der Atomkraftwerke. Eon habe mit 14,5 Milliarden Euro die höchsten Rückstellungen für Kernkraft weltweit.

11.36 Uhr: Teyssen zur finanziellen Disposition des neuen Unternehmens: "Es wird kein einziges europäisches Unternehmen geben, das so gut aufgestellt ist wie dieses, denn es hat keine liquiden Nettoverbindlichkeiten."

Wer führt die Neugesellschaft?

11.35 Uhr: Teyssen wolle zu Gesprächen mit der Politik nichts Genaues sagen. Man habe aber Sorge getragen, dass "die politischen Spitzen Europas nicht heute morgen aufwachen und komplett überrascht sind".

11.33 Uhr: Teyssen zum neuen Unternehmen: "Erst kommt die Sache, dann kommt das Personal." Man werde in den kommenden Monaten zunächst die Aufstellung der beiden Unternehmen aufzeichnen, erst dann würden die nötigen Personalentscheidungen gefällt.

11.32 Uhr: Die Vorträge des Vorstands sind abgeschlossen. Nun können die Pressevertreter Fragen stellen.

11.31 Uhr: Vier Worte für ein Hallelujah: "Empowering customers. Shaping markets" - so heiße die neue Strategie laut Eon-Konzernchef Teyssen.

11.28 Uhr: Nach der Pressekonferenz ist die Kommunikationsarbeit für den Eon-Vorstand nicht vorbei: Auch Teyssen, Schäfer und Winkel reisen ab dem Nachmittag durch Europa, um die Mitarbeiter zu informieren. Die Betriebsräte seien bereits informiert und zögen mit.

11.27 Uhr: Nun spricht Arbeitsdirektor Winkel. Er erinnert an Eons Anfänge im klassischen Energiegeschäft: Der Abschied von diesen "wird für viele Kollegen nicht leicht nachzuvollziehen sein." Die Neuaufstellung sichere allerdings Arbeitsplätze, es sei kein Stellenabbau geplant.

11.26 Uhr: Schäfer: Die Mehrheit am neuen Unternehmen soll 2016 an die Aktionäre gehen. Die Minderheitsanteile würden nach und nach verkauft, um Eon Mittel für neue Investitionen einzubringen.

11.22 Uhr: Eon werde sich bemühen, eventuelle Rating-Verluste auf eine Stufe zu begrenzen, sagt Schäfer. Die neue Gesellschaft sei wirtschaftlich sehr robust, da er finanziell gut ausgestattet und vollkommen schuldenfrei sein werde. Wie viel die Abspaltung letztlich kosten werde, könne erst im kommenden Jahr geklärt werden.

11.21 Uhr: Nun übergibt Teyssen an Finanzchef Klaus Schäfer. Der macht Werbung für das zukünftige Unternehmen: Sowohl Eon wie auch der neue Spieler seien interessante Investmentmöglichkeiten, zumal alle Schulden bei Eon blieben.

11.20 Uhr: Einige Kommentatoren hatten das neue Unternehmen bereits als "Bad Bank" gebrandmarkt - Teyssen tritt solchen Einschätzungen entgegen: Eons Abspaltung hätte "hervorragende Chancen" und beste Aussichten, im Markt zu bestehen.

11.18 Uhr: "In Europa wird das neue Unternehmen der viertgrößte Stromversorger sein." Es verfüge zudem über die modernsten Gaskraftwerke - und den größten Gasspeicherpark. Solchen käme auch aus Richtung der Politik laut Teyssen große Aufmerksamkeit zu: "Wer die Versorgungssicherheit in Europa gewährleisten möchte, wird an diesem Unternehmen nicht vorbeikommen." Interessant: Wasserkraftwerke gehörten zur alten Energiewelt - und damit zum neuen Unternehmen.

Wo sitzt das neue Unternehmen?

1 1.17 Uhr: Teyssen: "Das neue Unternehmen wird seinen Sitz in Deutschland haben, in der Region Rhein-Ruhr."

11.15 Uhr: Eon sei schon heute einer der größten Spieler im globalen Renewables-Geschäft, sagt Teyssen. 4,4 Gigawatt produziere der Konzern derzeit pro Jahr. Für den weiteren Ausbau von Windkraft und Photovoltaik würden 500 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

11.13 Uhr: Die Unterschiede zwischen dem Betrieb eines großen Atomkraftwerks und der Entwicklung neuer grüner Angebote für Kunden seien wohl jedem offensichtlich, sagt Johannes Teyssen. Vormals habe Eon geglaubt, beides unter einen Hut zu bekommen. "Inzwischen sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass es schwierig ist und zunehmend schwierig wird, als breit aufgestelltes Unternehmen in der neuen Energiewelt zu den Besten zu gehören."

11.12 Uhr: Beide Welten "behalten für eine sehr, sehr lange Zeit nicht nur ihre Berechtigung, sondern brauchen einander", sagt Teyssen.

11.09 Uhr: Warum sieht sich Eon zu diesem radikalen Schritt gedrängt? Teyssen erklärt die alte Energiewelt: "Bis vor einiger Zeit war die Wertschöpfungskette relativ klar strukturiert. Sie reichte vom Bohrloch bis hin zum Kunden." Sie bestehe weiterhin, neben ihr habe sich aber eine technisch differenzierte und von individuellen Kundenwünschen geprägte neue Welt entwickelt. Sie werde von erneuerbaren Energien getrieben - diese verschlängen hohe Investitionssummen.

11.06 Uhr: Eon werde sich künftig auf "die Bausteine der neuen Energiewelt" konzentrieren, sagt Teyssen. Im zweiten Halbjahr 2016 soll die angekündigte Neuaufstellung abgeschlossen sein. Auch der jüngst bekanntgewordene Verkauf des Eon-Geschäfts auf der iberischen Halbinsel sei im Kontext des radikalen Wandels zu sehen.

11.05 Uhr: Teyssen: Der Aufsichtsrat habe "einstimmig und einvernehmlich" die neue Strategie abgenickt. Der Hauptteil der nächsten Tage werde damit zugebracht, mit den betroffenen Mitarbeitern zu sprechen.

11.04 Uhr: Neben Knott und Teyssen stehen CFO Klaus Schäfer und Arbeitsdirektor Mike Winkel auf der Bühne. Der restliche Vorstand, so Knott, informiere derzeit die Mitarbeiter.

11.01 Uhr: Es geht los. Eon-Chef Johannes Teyssen hat die Düsseldorfer Bühne betreten. Kommunikationschef Guido Knott heißt die angetretenen Journalisten willkommen.

10.50 Uhr: Schon vor der Pressekonferenz kommen die Nachrichten im Dax gut an: Eon-Papiere stehen mit drei Prozent im Plus an der Dax-Spitze; im frühen Handel hatten sie bereits sechs Prozent im Plus gelegen.

Montag, 1.12.2014, 07.38 Uhr: Schon vor dem Dax-Handelsstart rücken Eon-Aktien in den Fokus. Bernstein-Research-Analystin Deepa Venkateswaran lobt den Schritt: Er untermauere ihrer positive Einschätzung des Energiekonzerns, schreibt sie in einer Studie. Die Anteilseigner gewännen größere Klarheit in puncto Strategie. Im stabileren, auf Endkunden ausgerichteten Vertriebsgeschäft (Downstream) sollten nun besser Werte freigesetzt werden. Die Perspektiven für die Aktionäre hellen sich der Analystin zufolge also auf. Das Downstream-Geschäft werde nicht mehr durch den trüben Ausblick für die konventionelle Stromerzeugung oder Rohstoffrisiken überschattet.

Sonntag, 30.11.2014, 20.02 Uhr: Per Adhoc-Meldung geht die Nachricht um die Welt - Eons Aufsichtsrat hat der Aufspaltung des Konzerns zugestimmt. Künftig will sich der Konzern auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Das frühere Hauptgeschäft um Atomstrom, Kohle und Gas sollen gemeinsam mit dem globalen Energiehandel sowie Exploration und Produktion in ein eigenes Unternehmen überführt werden. Dieses soll 2016 an die Börse gebracht werden.

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