Geheimpläne für AKW-Stiftung Bund soll Abriss von Atommeilern bezahlen

Eon, RWE und EnBW wollen ihre riskanten Atomgeschäfte an den Bund abschieben: Nach "Spiegel"-Informationen fordern die Konzerne eine staatliche Stiftung, die den Abriss der Meiler und die Lagerung des Atommülls finanziert.
Inspektion im Eon-AKW Grafenrheinfeld: Der Bund soll den Rückbau durchführen

Inspektion im Eon-AKW Grafenrheinfeld: Der Bund soll den Rückbau durchführen

Foto: David Ebener/ dpa

Hamburg/Berlin - Die Chefs der drei großen Energieversorger Johannes Teyssen (Eon ), Peter Terium (RWE ) und Frank Mastiaux (EnBW ) wollen ihr gesamtes deutsches Atomgeschäft inklusive der Atommeiler an den Bund übertragen. Das berichtet "Der Spiegel" unter Berufung auf Konzern- und Regierungskreise.

Nach "Spiegel"-Informationen sollen die Atommeiler in eine öffentlich-rechtliche Stiftung übertragen werden. Diese soll die Atomkraftwerke bis zum endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie im Jahr 2022 betreiben. Gleichzeitig soll die Stiftung für den milliardenteuren Abriss der Atomkraftwerke und die Lagerung der radioaktiven Abfälle verantwortlich sein.

Gehören soll diese Bad Bank für Atomkraftwerke dem Bund. Die Stromversorger wollen rund 30 Milliarden Euro an Rücklagen einbringen, die sie für Abriss und Entsorgung bislang bilden mussten. Der Staat soll im Gegenzug die gesamten Risiken übernehmen, die heute noch bei den Stromkonzernen liegen.

RWE müsste frisches Geld einsammeln

Wie das Magazin weiter berichtet, haben die Strombosse die Bundesregierung schon vor Wochen über Grundzüge ihres Geheimplanes informiert. Nach ihren Vorstellungen wollen sie schon in Kürze in Verhandlungen mit der Bundesregierung eintreten. Dabei soll es auch um anhängige Klagen und Schadensersatzforderungen der Atomindustrie in Höhe von mehr als 15 Milliarden Euro gegen die Bundesregierung gehen.

Bei einer Einigung in Sachen Stiftung wären die Strombosse demnach möglicherweise bereit, die eine oder andere Klage zurückzuziehen oder auf Schadensersatz zu verzichten. Für die Bundesregierung hätte die Lösung zudem den Vorteil, dass sie abgesichert wäre für den Fall, dass ein Energieversorger später zahlungsunfähig wird. Dessen Beitrag wäre dann bereits in die Stiftung einbezahlt.

Die bislang gebildeten Rückstellungen der Energieversorger könnten derzeit nur Eon und EnBW direkt in eine Stiftung einzahlen. RWE plant für den Fall, dass eine Stiftung gegründet wird, eine Kapitalerhöhung.

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ts
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