Energiekrise Ostsee-Länder wollen Offshore-Windenergie massiv ausbauen

Regierungsvertreter von acht Ostsee-Ländern haben sich in Kopenhagen auf einen massiven Ausbau der Windenergie geeinigt. Bis 2030 soll die Offshore-Leistung den Energieverbrauch von sechs Millionen Haushalten decken können.
Gipfeltreffen zur Energiesicherheit: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen trifft auf Staats- und Regierungschefs des Ostseeraums

Gipfeltreffen zur Energiesicherheit: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen trifft auf Staats- und Regierungschefs des Ostseeraums

Foto: Ritzau Scanpix / REUTERS

Vor dem Hintergrund der Energiekrise in Europa haben sich Staats- oder Regierungschefs von acht Ostsee-Ländern in Kopenhagen auf einen massiven Ausbau der Windenergie geeinigt. So wollen die Staaten ihre Offshore-Leistung bis 2030 auf knapp 20 Gigawatt versiebenfachen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Dienstag heißt.

Neben den anwesenden Staats- oder Regierungschefs aus Dänemark, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen haben auch Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) und die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson (55) das Abkommen unterzeichnet.

"Putin nutzt Energie als Waffe und hat Europa an den Rand einer Energiekrise gebracht", sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (44). Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, aber auch wegen der Klimakrise seien "ehrgeizige Entscheidungen" nötig.

"Wir sind entschlossen, unsere Energie-Zusammenarbeit und Energie-Widerstandsfähigkeit zu stärken", heißt es in dem Papier. Dafür wollen die Länder auch schnellere Genehmigungsverfahren bei Windkraft-Projekten anstreben. Das Offshore-Potenzial in der Ostsee liege insgesamt bei 93 Gigawatt.

Sechs Millionen Haushalte könnten bis 2030 abgedeckt werden

Zu dem Energie-Gipfel war am Dienstag auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (63) angereist. "Wir nutzen die Kraft des Windes, um von fossilen Brennstoffen aus Russland freizukommen", sagte sie bei der Pressekonferenz. Offshore-Windkraft in der Ostsee könne bis 2030 den Energieverbrauch von sechs Millionen Haushalten decken.

Im Mai hatte Dänemark bereits einen Gipfel zur Windenergie in der Nordsee ausgerichtet. Damals hatten Scholz und seine Amtskollegen aus Dänemark, Belgien und den Niederlanden vereinbart, ihre Offshore-Leistung bis 2030 zu vervierfachen und gemeinsam mindestens 65 Gigawatt zu erreichen. Bis 2050 soll die Leistung auf 150 Gigawatt gesteigert werden.

mje/dpa-afpx
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