Raketen auf Kiew "Wir arbeiten unter Beschuss, aber die Menschen brauchen Strom und Gas"

Yuriy Vitrenko hat einen der schwierigsten Jobs der Welt. Er lenkt den größten staatlichen Energieversorger der Ukraine, Naftogaz. Im Interview erzählt er, wie man kritische Infrastruktur im Krieg schützt, wie hart der Winter für die Ukrainer wird und warum die Ukraine bald Gas nach Deutschland liefern kann.
Ein Interview von Anna Driftschröer und Kai Lange
Naftogaz-Chef Yuriy Vitrenko: "Wir saßen mit Waffen am Konferenztisch. Seitdem geht es jeden Tag um Widerstandsfähigkeit."

Naftogaz-Chef Yuriy Vitrenko: "Wir saßen mit Waffen am Konferenztisch. Seitdem geht es jeden Tag um Widerstandsfähigkeit."

Foto: Ievgen Ivanov

Wir sind mit Naftogaz-Chef Yuriy Vitrenko (47) per Videokonferenz verabredet. Seine Assistentin bittet um Geduld, mit zwei Minuten Verspätung betritt er das Büro in Kiew und geht mit raschen Schritten zum Stehpult. Grünes T-Shirt, hohe Körperspannung. Vitrenko, Chef des größten staatlichen Energieversorgers der Ukraine und verantwortlich für rund 52.000 Mitarbeitende, spricht extrem konzentriert und kontrolliert, seine Mimik verändert sich in den folgenden 40 Gesprächsminuten nur selten. Nach 42 Minuten blickt er kurz zur Seite und verabschiedet sich höflich, aber bestimmt.

Herr Vitrenko, seit rund acht Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag seit dem Angriff der russischen Truppen aus?

Yuriy Vitrenko: Mein Arbeitstag hat sich stark verändert, und er ändert sich auch heute noch jeden Tag. Noch vor einigen Monaten, in Friedenszeiten, gab es in meinem Job als Chef des Energiekonzerns Naftogaz klare Abläufe und Regeln. Jetzt, in Kriegszeiten, verantworte ich kritische Infrastruktur, die ein klares Ziel des Feindes ist und jeden Tag unter Beschuss steht. Ich muss dafür sorgen, dass sie dennoch funktioniert. Früher waren Notfälle die Ausnahme. Jetzt sind sie die Regel. Besonders die ersten Kriegswochen in Kiew waren turbulent.

Wie können wir uns das vorstellen?

Als die russischen Truppen Kiew stürmten, habe ich mit meinem Team und unserem Minister überlegt, wie wir einerseits die Energieversorgung gewährleisten, andererseits aber auch für unsere Sicherheit sorgen. Wir haben genau festgelegt, was zu tun ist, wenn es draußen knallt und russische Soldaten unsere Operationszentrale stürmen. Wir saßen mit automatischen Waffen und kugelsicheren Westen am Konferenztisch. Jede Minute haben wir einen Angriff auf unser Gebäude erwartet. Seitdem geht es in meiner täglichen Arbeit in erster Linie um Widerstandsfähigkeit. Wir müssen sicherstellen, dass wir den Krieg überstehen.

"Das einzige Ziel: Weiterhin funktionieren"

Naftogaz-Chef Yuriy Vitrenko

Wie managt man konkret ein Unternehmen, das einerseits Energieversorger für die Bevölkerung und gleichzeitig Ziel russischer Raketen ist?

Sie müssen jeden Tag improvisieren. Sie müssen in der Lage sein, rasch Lösungen zu finden. Jeden Tag überlegen wir neu, wie wir den Betrieb aufrechterhalten und welche Risiken wir dabei eingehen können. Einige Schäden können wir rasch reparieren. Über andere müssen wir hinwegsehen, dann laufen die Anlagen trotz dieser Schäden weiter. Teilweise sind unsere Anlagen aber so stark beschädigt, dass wir Standorte oder Regionen aufgeben und Ersatzlösungen finden müssen. Wir mussten zum Beispiel schon mehrfach Menschen aus Dörfern oder Kleinstädten evakuieren, weil wir sie nicht mehr versorgen konnten. Sie sehen: Es gibt kein Drehbuch, keinen Strategieplan, den sie Punkt für Punkt abarbeiten. Das einzige Ziel lautet: Weiterhin funktionieren.

Auch Ihre Mitarbeiter sind Teil dieser kritischen Infrastruktur und arbeiten daher unter Lebensgefahr. Wie gehen Sie damit um?

Unsere Mitarbeiter wissen sehr genau, dass sie für die Versorgung der Menschen wichtig und damit ein Kriegsziel sind. Doch wir können nicht einfach aufhören zu arbeiten: Wir arbeiten unter Beschuss, aber die Menschen brauchen unser Gas. Die Energieversorgung unseres Landes hängt von uns ab. Unsere Armee braucht unsere Kraftstoffe, die Bürger brauchen Öl und Gas zum Heizen. Darum arbeiten unsere Mitarbeiter jeden Tag an den Anlagen und an den Leitungen. Ich muss sie nicht dazu zwingen. Das macht mich einerseits sehr stolz, bereitet mir zugleich aber auch Sorgen: Ich bin als Chef für viele tausend Mitarbeiter verantwortlich, die im Moment jeden Tag bei ihrer Arbeit ihr Leben riskieren.

Das Unternehmen

Die Naftogaz-Gruppe ist der größte staatliche Öl- und Gaskonzern der Ukraine. Der Konzern bringt ein Fünftel der Steuereinnahmen der Ukraine ein. Mit 52.000 Mitarbeitern versorgt Naftogaz mehr als 12 Millionen Haushalte mit Gas und spielt damit eine entscheidende Rolle für die Energiesicherheit der Ukraine. Das Geschäftsfeld der Gruppe umfasst Exploration und Erschließung von Öl- und Gasfeldern, Produktion, Lagerung sowie den Vertrieb von Ölprodukten, Erdgas und Flüssiggas.

Naftogaz verkauft Erdgas aus eigener Produktion sowie importiertes Gas für den Bedarf der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Wärmeindustrie. Im Jahr 2021 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um rund 40 Prozent auf 217 Millionen UAH (knapp 6 Mrd. Euro) und erzielte einen Nettogewinn von 12 Milliarden UAH (etwa 329 Mio. Euro).

Nach Beginn des Ukraine-Krieges verließen einige Mitarbeiter das Land oder wurden für den Militärdienst mobilisiert. Teile der Anlagen wurden durch russische Raketen zerstört. Dennoch produzierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 nur insgesamt 2 Prozent weniger als vor dem Krieg. In den westlichen Regionen des Landes hat Naftogaz im Vergleich zu 2021 sogar 2 Prozent mehr Erdgas in das Transportsystem eingespeist. Die heimische Produktion reicht jedoch nicht aus, um die Nachfrage im Land zu decken, so dass Naftogaz zusätzlich Gas aus der Slowakei, Ungarn und Polen importiert.

Und die Mehrheit ihrer Mitarbeiter geht dieses Risiko ein?

Einige meiner Mitarbeiter sind gestorben, während Sie ihren Job erledigt haben. Zu Beginn des Krieges hatten wir noch keine Sirenen, wir konnten sie also noch nicht einmal vor den Angreifern warnen. Es gab auch Kollegen, die sich in ihren Stationen verbarrikadiert und eine Woche lang weitergearbeitet haben, während russische Truppen auf dem Gelände waren. Es war und ist noch immer eine sehr schwierige Situation.

Seit acht Monaten im Ausnahmezustand: Vitrenko und Naftogaz-Mitarbeiter

Seit acht Monaten im Ausnahmezustand: Vitrenko und Naftogaz-Mitarbeiter

Hat die jüngste Gegenoffensive der ukrainischen Truppen die Situation von Naftogaz verbessert?

Wir sind weiterhin im Krieg, da gibt es keine Sicherheit. Momentan befinden sich an einigen unserer Standorte mehr Soldaten als zivile Mitarbeiter. Und natürlich stimmen sich unsere Militärs eng mit uns ab. Die Systeme zur Luftverteidigung, darunter Raketenabwehrsysteme aus dem Westen, haben auch dazu beigetragen, dass sich unsere Situation verbessert hat. Dafür sind wir dankbar.

"Es wird ein sehr harter Winter werden"

Nun fallen die Temperaturen, die Heizsaison beginnt. Werden die Ukrainer mit ausreichend Öl und Gas durch den Winter kommen?

Es wird ein sehr harter Winter werden. Wir erwarten, dass es mehrfach zu kritischen Situationen kommen wird. Einige Menschen werden zeitweise ohne Heizung dastehen. Wir produzieren zwar fast genauso viel wie vor dem Krieg und auch die Speicher sind gefüllt. Aber wir sind im Krieg. Die Gefahr von weiteren militärischen Angriffen ist derzeit meine größte Sorge, wenn ich auf die kommenden Wintermonate blicke. In der Ukraine wird es im Winter sehr kalt. Eine Heizung ist hier keine Frage des Wohnkomforts, sondern überlebenswichtig. Wir tun darum gerade alles dafür, dass wir solche kritischen Situationen vermeiden.

"Eigentlich müssten wir mehr Gas importieren, aber wir können es uns einfach nicht leisten"

Wie genau bereiten Sie sich auf den Winter vor?

Wir erhöhen die Produktion überall dort, wo es möglich ist – etwa im westlichen Teil des Landes. Wir reparieren die Infrastruktur. Und wir importieren wie schon im Sommer eine überschaubare Menge Gas. Eigentlich müssten wir mehr importieren, aber wir können es uns einfach nicht leisten. Wir brauchen daher in diesem Winter internationale Hilfe.

Sie meinen Naftogaz Zahlungsunfähigkeit. Anleihekäufer haben einen Vorschlag abgelehnt, die Zahlungen Ihres Unternehmens für zwei Jahre auszusetzen.

Ja, das ist eine Herausforderung. Wir haben einen Teil unserer Schulden umgeschuldet und restrukturiert, aber eben nur einen Teil. Wir sind ein staatliches Unternehmen. Wir können den Gaspreis für unsere Kunden nicht beliebig anheben. Die ukrainische Regierung hat einen Höchstpreis festgelegt, den wir nicht überschreiten dürfen. Das Problem ist: der Preis, zu dem wir Gas einkaufen, ist zehnmal höher als der Preis, den wir von den Menschen in der Ukraine bekommen.

Das Problem kennen wir. Der deutsche Gasversorger Uniper ist dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste von der Bundesregierung gerettet werden.

Unsere Situation ist ähnlich. Aber wir sind im Gegensatz zu Uniper nicht in langfristigen Lieferverträgen gefangen, die uns zwingen, das Gas zu niedrigen Preisen zu verkaufen. In unserem Fall muss die ukrainische Regierung die Preisdifferenz kompensieren. Dafür braucht sie Geld, und diese Finanzmittel muss sie sich von internationalen Partnern beschaffen. Deshalb warten wir momentan auf Geld aus dem Staatshaushalt. Das heißt: Wenn der ukrainische Staat Hilfen aus dem Ausland erhält, um den Gaspreisdeckel zu finanzieren, hilft uns das als Energieversorger unmittelbar. Gleichzeitig gibt es für westliche Länder aber auch Investitionsmöglichkeiten, die uns jetzt helfen könnten.

Investitionschancen statt Hilfsgelder? Das müssen Sie erklären.

Wir arbeiten daran, neben fossilen Energien auch immer mehr grüne Energien zu produzieren. Wir bauen zum Beispiel in der Nähe von Lwiw gerade eine Anlage um. Dort gewinnen wir aus Biomasse und aus Holzpellets Biogas. Bei den aktuell absurd hohen Gaspreisen haben wir die Kosten für den Umbau dieser Anlage binnen zwei Monaten refinanziert. Normalerweise dauert so etwas 10 bis 15 Jahre.

"Grüne Energien refinanzieren sich bei diesen absurden Gaspreisen schnell. Wir können in Zukunft auch Gas nach Deutschland liefern"

Ein Umstieg auf Biogasanlagen, die sich binnen weniger Wochen refinanzieren?

Viele Projekte, die wir jetzt in Richtung nachhaltige Energien planen, machen ökonomisch extrem Sinn. Noch nicht für diesen Winter, aktuell füllen wir damit vor allem Lücken in der Versorgung. Aber für die Zeit danach wird es sehr interessant: Wenn wir solche Anlagen im großen Stil ausbauen, können wir in absehbarer Zukunft zu einem Gasexporteur werden und auch Gas nach Deutschland liefern. Auch beim Thema Solarenergie und Windkraft können wir große Projekte rascher realisieren, als es derzeit in Deutschland möglich ist. Ich war häufig in Deutschland. Ich weiß, wovon ich spreche.

Sie brauchen also Geld und bestmöglichen Schutz vor weiteren militärischen Angriffen, damit die Menschen in der Ukraine den Winter überstehen?

Es geht nicht nur um Geld. Es geht auch um Ersatzteile und es geht um Technologien. Wenn Kraftwerke und Versorgungsstationen regelmäßig von russischen Raketen beschossen werden und sie permanent reparieren müssen, dann ist es nur logisch, dass regelmäßig bestimmte Teile fehlen. Wir haben potenzielle Partner und Zulieferer gefragt, ob sie uns aushelfen können. Einige haben auch von sich aus ihre Hilfe angeboten. Ich habe zum Glück ein paar persönliche Kontakte auch zu deutschen Energieunternehmen, die uns helfen. Das ist sehr wertvoll.

"Auch deutsche Unternehmen helfen uns mit Ersatzteilen. Das ist sehr wertvoll"

Der andere entscheidende Faktor ist, dass Ihre Infrastruktur unversehrt bleibt. Wie schützen Sie Ihre Anlagen vor Beschuss?

Unsere Soldaten patrouillieren nahe unserer Anlagen, unserer Tanklager und Pipelines. Nicht direkt auf den Flächen, aber in der Umgebung. Es ist nicht sicher, sich auf dem Gelände aufzuhalten. Ich kann Ihnen nicht alle Geheimnisse verraten. Aber unsere größte Bedrohung sind Raketen, und deshalb ist die Luftverteidigung so wichtig. Auch hier gilt: Je mehr wir von unseren westlichen Partnern bekommen, desto sicherer wird es. Der Westen hat überlegene Technologien. Das ist es, was wir wirklich brauchen.

Noch immer fließt russisches Gas durch die Ukraine, wenngleich die Mengen stark zurückgegangen sind. Warum haben Sie die Handelsbeziehungen mit Russland trotz des Krieges aufrechterhalten?

Unsere europäischen Partner haben uns darum gebeten, die Transite nicht zu stoppen. Viele Menschen in Europa sind noch immer vom russischen Gas abhängig. Wenn wir die Transite einstellen würden, würden wir ihnen massiv schaden. Und dabei geht es uns nicht um die Transiteinnahmen. Die sind, offen gesagt, ziemlich gering, verglichen mit den Schäden, die Russland in der Ukraine angerichtet hat. Russland profitiert von dem Gastransit viel stärker und nutzt die Einnahmen, um den Krieg zu finanzieren.

"Die EU könnte einen Teil des Geldes für russische Gaslieferungen einfrieren und erst dann auszahlen, wenn der Krieg vorbei ist"

Die EU-Staaten haben sich gerade auf eine Preisobergrenze für russisches Öl geeinigt, um die Einnahmen des Kremls zu begrenzen und Öl wieder bezahlbar zu machen. Riskiert die EU damit nicht, dass Russland sein Öl für eine gewisse Zeit komplett vom Markt nimmt?

Das Risiko besteht, keine Frage. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Putin bereit ist, aufs Ganze zu gehen. Um den Westen zu schaden, würde er seinen eigenen Öl- und Gaslieferungen vollständig unterbrechen. Ich halte die Idee einer Preisobergrenze grundsätzlich für vernünftig. Aber vielleicht wäre es sinnvoller, nicht den Preis, sondern den Geldbetrag zu begrenzen, der nach Russland überwiesen werden kann. Die Unternehmen würden im Grunde immer noch den Vertragspreis zahlen, aber die Banken dürften nur bis einen bestimmten Betrag pro Fass oder pro Megawattstunde nach Russland überweisen. Der Rest des Geldes würde eingefroren oder gepfändet, bis Russland den Krieg beendet. Der Vorteil wäre: Die Unternehmen würden weiterhin ihre Verträge mit den russischen Lieferanten einhalten. Und Russland hätte keine Ausrede, die Lieferungen einzustellen. Es hat schließlich niemand gegen den Vertrag verstoßen. Und der Westen hätte mit dem eingefrorenen Geld wieder ein Druckmittel gegenüber Gazprom und Putin.

"Die westliche Strategie, ein Win-Win-Ergebnis zu erzielen, ist Putin völlig fremd. Du musst Stärke zeigen, sonst nutzt er permanent deine Schwäche aus."

Sie haben auch persönlich mit Putin verhandelt. Wie haben Sie den Kreml-Chef dabei erlebt?

Nach meiner Erfahrung ist er sehr rational. Aber die westliche Verhandlungsstrategie, eine "Win-win-solution", also das bestmögliche Ergebnis für beide Seiten zu erzielen, ist ihm völlig fremd. Ihm geht es darum, die Schwachstellen der anderen Seite zu nutzen und die Oberhand zu gewinnen.

Können Sie ein Beispiel geben?

Als wir zum Beispiel über die Transitgebühren verhandelt haben und er nicht zahlen wollte, haben wir ihm im Detail erklärt, wie wir uns das Geld dann auf andere Weise holen werden – und dass wir keine Probleme damit haben, den Vertrag platzen zu lassen. Erst als er verstanden hatte, dass ich es ernst meinte, hat er nachgegeben und Miller (Anm. der Redaktion: Alexej Miller ist Chef von Gazprom) angewiesen, einen Kompromiss mit uns zu finden.

Welchen Schluss haben Sie daraus gezogen?

Mir wurde klar: Du kannst mit Putin nur aus einer Position der Stärke heraus verhandeln. Du musst ihm glaubhaft klarmachen, dass du strategische Alternativen hast und diese auch nutzen wirst. Wenn du nicht stark bist und keine Alternativen hast, dann wird er dich als schwächeren Partner sehen und deine Schwächen permanent ausnutzen.

Auch jetzt weigert sich Gazprom wieder einmal, die Transitgebühren zu bezahlen. Anfang September haben Sie Klage bei einem schweizerischen Schiedsgericht eingereicht, um trotz der geringeren Durchleitung die Gebühren für die maximal vertraglich vereinbarte Liefermenge zu erhalten. Sehen Sie eine Chance, dass Sie das Geld noch bekommen?

Ja, weil wir den Transit nicht gestoppt haben. Aber Gazprom zahlt nicht die volle Summe. Wir haben schon mehrfach im Schiedsverfahren gegen Gazprom gewonnen.

Nicht nur Sie als Chef von Naftogaz machen sich Sorgen über Ihre kritische Infrastruktur. Auch in Europa ist die Debatte über den bestmöglichen Schutz der sogenannten "Kritis" im vollen Gang, seit es an den beiden Nord Stream Pipelines mehrere Lecks gegeben hat. Haben Sie eine Idee, wer dahintersteckt?

Ich habe eine sehr genaue Idee. Aber als CEO von Naftogaz ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber zu sprechen. Eines Tages, wenn dieser Krieg endlich vorbei ist, können wir gerne bei einem guten Glas Wein darüber diskutieren.

Herr Vitrenko, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.

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