Sonntag, 15. Dezember 2019

Milliardäre starten Offensive gegen Trump-Kurs So wollen Gates und Plattner das wichtigste Energieproblem der Welt lösen

Gates, Plattner und Co.: Diese Milliardäre investieren in die Energie-Revolution
Getty Images, DPA

Bill Gates macht offenbar Ernst: Zusammen mit einer Reihe anderer Milliardäre setzt der reichste Mann der Welt einen milliardenschweren Fonds auf, der sauberen Technologien im Energiesektor zum Durchbruch verhelfen soll. Ziel ist, die industrialisierte Welt aus ihrer Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas zu befreien.

"Wir sind allem gegenüber aufgeschlossen, was zu billiger, sauberer und verlässlicher Energie führt", zitiert die US-Website "Quartz" Gates. Demnach wollen der Microsoft-Gründer und seine Mitstreiter ihren Fonds am heutigen Montag vorstellen. Zu ihnen gehören auch SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratschef Hasso Plattner und Alibaba-Chef Jack Ma.

Der Fonds mit dem Namen Breakthrough Energy Ventures Fund ist laut "Quartz" zunächst mit gut einer Milliarde Dollar ausgestattet. Ab dem kommenden Jahr soll das Vehikel Technologien zum ökonomischen Durchbruch verhelfen, die das größte Problem der Energieversorgung lösen, indem sie Treibhausgase reduzieren. Dazu gehören Firmen und Forschungsvorhaben in den Bereichen Stromerzeugung und -Speicherung, Verkehr, Industrieprozesse, Landwirtschaft und Energieeffizienz.

Das Engagement steht in scharfem Widerspruch zur Energiepolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hält es für nicht erwiesen, dass es einen Klimawandel überhaupt gibt. Konsequenterweise setzt er auf einen Ausbau der extrem dreckigen Kohlekraft. Zudem will er die Förderung von Öl und Gas in den USA erleichtern.

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"Der Dialog mit der neuen Regierung ist sehr wichtig", drückt Gates sich bisweilen diplomatisch in Richtung Trump aus. "Die Idee, dass Forschung gewinnbringend ist, ist glücklicherweise nicht zwischen den Parteien umstritten."

Bill Gates interessiert sich seit Jahren für technische Entwicklungen in der Energiewirtschaft. Der Milliardär hat unter anderem die Atomkraftfirma Terra Power gegründet. Sie plant den Bau von Kernreaktoren, die mit radioaktiven Abfällen betrieben werden.

Doch Gates und seine Mitstreiter zeigen sich nun für viele verschiedenen Technologien offen. Laut "Quartz" stehen Energiespeicher-Techniken ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Gibt es Fortschritte in diesem Bereich, könnten Energieversorger beispielsweise die billigen, aber fluktuierenden Stromquellen Wind und Sonne besser nutzen.

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