Sonntag, 19. Januar 2020

Milliardäre starten Offensive gegen Trump-Kurs So wollen Gates und Plattner das wichtigste Energieproblem der Welt lösen

Gates, Plattner und Co.: Diese Milliardäre investieren in die Energie-Revolution
Getty Images, DPA

2. Teil: Die etwas schwierige Beziehung zwischen Hasso Plattner und Bill Gates

Die lange Laufzeit von 20 Jahren soll sicherstellen, dass Innovationen Zeit haben sich technisch und ökonomisch durchzusetzen. Es laufe in der Energiebranche eben anders als im IT-Bereich, sagt Gates: "Die Leute glauben, man steckt einfach 50 Millionen Dollar in eine Firma, wartet zwei Jahre und schaut was daraus geworden ist. So läuft es in der Energiebranche nicht."

Im vergangenen Jahr hatte Gates mit 27 anderen Superreichen am Rande des Pariser Klimagipfels die Breakthrough Energy Coalition gegründet. Zu ihr zählen unter anderem auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Amozon-Chef Jeff Bezos und der saudische Investor Prinz al-Walid ibn Talal. Die meisten von ihnen investieren nun in den ersten Fonds des Zusammenschlusses.

Mit SAP-Gründer Plattner verbindet Gates eine eher wechselvolle Beziehung. Einerseits steht Plattner bei dem Energieprojekt seit einer Weile treu an Gates' Seite.

Doch Ärger gab es vor knapp vier Jahren um Plattners angeblichen Beitritt zu Gates' Verein The Giving Pledge. Dessen Mitglieder erklären sich bereit, die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Ins Leben gerufen hatte Gates den Zusammenschluss kurz zuvor mit Investoren-Legende Warren Buffett.

"Ich fühle mich von Bill Gates hintergangen und ausgenutzt", zitierte damals der "Tagesspiegel" Plattner. Keinesfalls sei er beigetreten - obwohl sogar SAP eine Mitteilung verbreitet hatte, die eine Mitgliedschaft Plattners nahe gelegt hatte.

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Foto: Bloomberg / Wochit

Später stellte sich heraus, dass Gates Plattner zum Mitglied bei The Giving Pledge ernannt hatte, weil der SAP-Chefkontrolleur seine Stiftung in den Dienst des Vorhabens gestellt habe. Plattner stellte klar, dass er damit nach eigener Ansicht gar nicht die offiziellen Kriterien von The Giving Pledge erfülle.

Auf ein mehr oder weniger klassisches Investment konnten sich Gates und Plattner dieses Mal aber offenbar ohne größere Kommunikationsprobleme einigen. Der SAP-Gründer war laut "Quartz" zu der entscheidenden Sitzung der Fonds-Initiatoren persönlich zugeschaltet.

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