Windanlagen-Hersteller in der Krise Enercon will noch mehr Stellen abbauen

Windturbine von Enercon: Die Geschäfte des Unternehmens laufen mau.

Windturbine von Enercon: Die Geschäfte des Unternehmens laufen mau.

Foto: MICHEL SPINGLER/ AP

Der Windkraftanlagen-Hersteller Enercon setzt seinen Umbau fort und rechnet mit neuen Stellenstreichungen. "Wir werden in der Enercon-Gruppe um einen weiteren Stellenabbau nicht herumkommen", sagte der für den Umbau engagierte Manager Martin Prillmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das ist nötig, um unsere Kosten im Anlagenbau auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen." Angaben zum Umfang des Abbaus machte Prillmann nicht.

Enercon mit Stammsitz im niedersächsischen Aurich ist einer der größten deutschen Hersteller in der Windindustrie. Der verschachtelte Konzern befindet sich in einer tiefen Krise.  Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern den Abbau von bis zu 3000 Arbeitsplätzen angekündigt. Zu den Gründen zählte eine schwächelnde Nachfrage in Deutschland.

"Wir werden im Zuge unserer Neuausrichtung einzelne Standorte und das damit verbundene Geschäft an externe Investoren abgeben", sagte Prillmann nun der "FAZ". "So können wir sicherstellen, dass Standorte erhalten bleiben und der Konzern gleichzeitig flexibler wird." Laut Finanzchef Thomas Cobet ist wegen der schwierigen Marktentwicklung und weiterer Kosten im Zuge des Umbaus auch im laufenden Jahr ein Verlust zu erwarten.


Die große Analyse: Enercon - vom Winde verweht 


Unter einer schwächelnden Marktentwicklung leidet die gesamte Windkraft-Branche in Deutschland seit geraumer Zeit. Allerdings schaut sie inzwischen wieder etwas optimistischer auf den deutschen Markt. Mit zusätzlichen Windparks in Nord- und Ostsee will die Bundesregierung die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Das Kabinett brachte dafür am Mittwoch eine gesetzliche Grundlage auf den Weg.

cr/dpa-afx
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