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Zukunftsmusik: Die großen Pläne des Elon Musk

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Solarcity Elon Musk nähert sich der Sonne

Die Solarindustrie stöhnt unter weltweitem Überangebot und Preisverfall - doch Tesla-Gründer Elon Musk will noch viel mehr Module viel billiger herstellen. Musks Firma Solarcity kauft einen Hersteller neuartiger Technik - und Musk hat mal wieder hochfliegende Pläne.

Hamburg - Von der Zukunft aus gedacht ist alles ganz logisch. "Wir glauben fest daran, dass Sonnenkraft zu unserer Lebzeit die vorherrschende Energiequelle der Welt wird, aber dafür müssen ungeheuer viele Solarpanels aufgebaut werden", schreiben Elon Musk, seine Cousins Peter und Lyndon Rive im Blog ihrer Firma Solarcity . Sollte die Solarindustrie "nur" 40 Prozent des Stroms im Jahr 2040 liefern, müsste die Erzeugungskapazität bis dahin um 400 Gigawatt jährlich wachsen.

Im vergangenen Jahr waren es 37 Gigawatt, immerhin ein Zuwachs um mehr als ein Drittel. Solarcitys Anteil daran belief sich auf 280 Megawatt. In diesem Jahr wollen die Kalifornier Anlagen mit einer Nennleistung von einem halben Gigawatt auf Amerikas Dächer schrauben. Doch jetzt kündigt das Unternehmen, typisch für Elon Musk, ganz große Pläne an.

Am Dienstag erklärte Solarcity, den Kauf des Modulherstellers Silevo für bis zu 350 Millionen Dollar vereinbart zu haben. Silevos Technik verbinde die Vorteile traditioneller Solarzellen aus polykristallinem Silizium mit denen von Dünnschichtzellen und bringe Wirkungsgrade von mehr als 22 Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie zu niedrigen Kosten. Dieser Technik wolle man mit "massiven Skaleneffekten" der Massenproduktion zum Durchbruch verhelfen. Dass man mit zu hochfliegenden Plänen auch wie einst Ikarus eine böse Überraschung erleben kann, bremst die Firmengründer in ihrem Eifer nicht.

"Uns geht es nicht um heute"

Musk und die Rive-Brüder erklärten, mit dem Staat New York gebe es bereits Gespräche über eine erste Fabrik mit einer Jahresproduktion im Gigawattbereich, was mit zur Weltspitze zählen würde. In den kommenden Jahren sollten Werke mit einer "um mehrere Größenordnungen höheren" Kapazität entstehen. Solarcitys Aktienkurs stieg nach der Ankündigung um 17,6 Prozent und hob den Börsenwert von Solarcity  auf mehr als fünf Milliarden Dollar.

Der Plan erinnert an Musks Vorhaben einer "Gigafabrik" für Batterien, die dem Zweck dient, grünen Strom kostengünstig zu speichern und so den Marktdurchbruch der Elektroautos seiner Firma Tesla  zu befördern. Die neue Idee wiederum soll die Erzeugung von Sonnenstrom dauerhaft gegenüber fossilen Energieträgern wie Kohle oder Öl wettbewerbsfähig machen.

Die Erzeugungskosten von Solarzellen sind in den vergangenen Jahren allerdings dank der beginnenden Massenproduktion bereits gewaltig gefallen, was viele der vor allem deutschen Pioniere vom Markt gefegt hat. Die Überlebenden der Branchenkrise ringen noch mit Überkapazitäten, richten sich wie der größte deutsche Hersteller Solarworld aber wieder zu neuem Wachstum auf. Andere verfolgen noch größere Pläne, die Musk nun aber wiederum in den Schatten stellt.

In ihrem Blog-Eintrag gehen die Unternehmer auf die "heutige Überkapazität" durchaus ein. "Doch uns geht es nicht um die jetzige Lage des Landes, sondern darum, wie wir die zukünftige Entwicklung sehen."

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