Mittwoch, 22. Mai 2019

EEG-Umlage sinkt Haushalte müssen weniger für Ökostrom-Umlage zahlen

Ökostrom von Windrädern: Wegen der stark gestiegenen Preise an den Strombörsen brauchen die Netzbetreiber nur noch eine geringere Umlage

Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland sinkt. Die Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) beträgt im kommenden Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde und ist damit 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das teilten die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetzBW mit.

Ursache hierfür seien zum einen die stark gestiegenen Preise an den Strombörsen, durch die weniger für die Umlage aufgewandt werden müsse. Zum anderen sei das EEG-Konto noch gut gefüllt, da zuletzt weniger ausbezahlt werden musste als zunächst angenommen wurde.

Die seit dem Jahr 2000 erhobene Umlage finanziert den Ausbau dererneuerbaren Energien. Mit ihr wird die Differenz zwischen den Börsenpreisen und den festen Vergütungssätzen für Strom aus Wind, Sonne und Biomasse ausgeglichen. Die Umlage ist ein wichtiger Bestandteil des Strompreises, sie macht ungefähr ein Viertel aus. Dazu kommen neben den Netzentgelten aber auch noch Steuern, weitere Abgaben und Umlagen sowie die Produktionskosten.

Strompreise steigen voraussichtlich dennoch

Trotz der Entlastung bei der Ökostrom-Umlage könnten die Strompreise für Privathaushalte im kommenden Jahr insgesamt nach Darstellung von Branchenexperten aber leicht steigen. Grund sind vor allem erwartete höhere Netzentgelte und Beschaffungskosten.

Zugleich gaben die großen Stromnetzbetreiber die sogenannte Offshore-Netzumlage für 2019 bekannt. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen vor den Küsten an das Hauptstromnetz werden über diese Netzumlage von den Verbrauchern getragen.


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Verbraucherschützer kritisierten schon im Vorfeld die erwartete "unfaire Verteilung der Stromkosten". Die Offshore-Netzumlage gehe vor allem zu Lasten der Verbraucher, "während die Industrie entlastet wird", monierte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

mg/dpa-afx, AFP, rtr

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