Mittwoch, 19. Februar 2020

Eons Bilanz Ein Konzern mit drei Wahrheiten

Eon-Chef Johannes Teyssen betont den "nachhaltigen Konzernüberschuss"

Schreibt Eon einen Milliardengewinn, nur einen Bruchteil davon, oder gar einen Verlust? Die Geschäftszahlen des Energiekonzerns für den bisherigen Verlauf lassen sich sehr unterschiedlich lesen. Wir lösen das Rätsel auf.

Hamburg - Drei Meldungen, an diesem Mittwochmorgen aus den Nachrichtenagenturen entnommen:

7.53 Uhr: "Gewinn deutlich gesunken - In den ersten neun Monaten dieses Jahres sackte der für die Dividendenberechnung bereinigte Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 1,4 Milliarden Euro ab, wie der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte."

8.51 Uhr: "Gewinn bricht fast völlig ein - In den ersten neun Monaten dieses Jahres brach der Konzernüberschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von gut 2,9 Milliarden auf 255 Millionen Euro fast völlig ein."

9.20 Uhr: "Konzern rutscht in die roten Zahlen - Nach neun Monaten steht nun ein Fehlbetrag von 14 Millionen Euro in den Büchern, nach 2,6 Milliarden Gewinn vor einem Jahr."

Alle drei Meldungen betreffen das gleiche Unternehmen: Deutschlands größten Energiekonzern Eon Börsen-Chart zeigen. Was ist in diesen eineinhalb Stunden mit der Düsseldorfer Firma geschehen? Kamen im Minutentakt dramatische neue Erkenntnisse über die Auswirkungen der Energiewende, die einen Milliardengewinn in einen Verlust umkehrten?

Das Rätsel lässt sich auflösen: Alle drei Zahlen stehen in demselben Zwischenbericht (PDF), und alle drei Zahlen sind gleichermaßen richtig (zumindest nach Auskunft von Eon und der Wirtschaftsprüfer aus dem Hause PwC).

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