Milliarden-Investitionen Ørsted will weltgrößter Ökostromkonzern werden

Ørsted gilt als Weltmarktführer bei der Offshore-Windenergie. Jetzt will der dänische Energiekonzern rund 50 Milliarden Euro investieren und bis 2030 weltgrößter Ökostrom-Lieferant werden. Doch der Wettbewerb ist groß.
Windpark von Ørsted in der Nordsee: Der dänische Energiekonzern hatte sich erst 2017 von seinem Öl- und Gasgeschäft getrennt und baut Offshore- Parks, die komplett ohne Subventionen auskommen

Windpark von Ørsted in der Nordsee: Der dänische Energiekonzern hatte sich erst 2017 von seinem Öl- und Gasgeschäft getrennt und baut Offshore- Parks, die komplett ohne Subventionen auskommen

Foto: Phil Noble / REUTERS

Der dänische Energiekonzern Ørsted will in den kommenden Jahren rund 47 Milliarden Euro investieren und peilt die Spitzenposition auf dem Ökostrom-Weltmarkt an. Der bereits jetzt global größte Offshore-Windpark-Betreiber setzte am Mittwoch gegenüber Investoren neue Zielgrößen fest. Waren bislang bis 2025 rund 200 Milliarden Kronen Investitionen geplant, sind es nun 350 Milliarden (rund 47 Milliarden Euro) bis 2027.

"Unser Ziel ist es, bis 2030 der weltweit führende Anbieter für grüne Energie zu werden", sagte Vorstandschef Mads Nipper (55). Ørsted hatte sich 2017 von seinem Öl- und Gasgeschäft getrennt und auf erneuerbare Energien gesetzt. Aktuell stammt mehr als ein Viertel der weltweit installierten Kapazität für Offshore-Windkraft aus dem Hause der Dänen.

Ørsted feuert nun den Wettbewerb unter den großen Konzernen, darunter RWE, weiter an. Experten haben vor einer Preisexplosion gewarnt, etwa bei Ausschreibungen für Windparks. Der spanische Ökostromriese Iberdrola will bis 2030 rund 150 Milliarden Euro investieren. Auch Ölkonzerne wie Total, BP oder Shell stehen bereit, wollen sie sich doch neue Geschäftsfelder erschließen .

Dabei steht Offshore-Wind ganz oben auf den Energieagenden der USA, der EU und Großbritanniens. "Offshore ist das am stärksten wachsende Geschäft im gesamten Investitionsgütersektor", sagt J.P.-Morgan-Windanalyst Akash Gupta. Marktforscher rechnen für die nächste Dekade mit einer Zunahme der Installationen um durchschnittlich 21 Prozent – pro Jahr.

Ørsted-Aktionäre reagierten am Mittwoch gleichwohl skeptisch. Die Papiere verloren knapp 6 Prozent. "Die Frage ist, ob Ørsted seine Rentabilität halten kann, wenn der Markt wächst und sich der Wettbewerb verschärft", sagte Nordnet-Analyst Per Hansen. Der Konzern ist an der Börse derzeit umgerechnet rund 50 Milliarden Euro wert.

rei/Reuters
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