Live-Ticker aus der Stromnetz-Schaltzentrale während der Sonnenfinsternis "Erneuerbare Energien haben Sofi-Stresstest bestanden"

Hält die Spannung? Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, ist das der Ernstfall fürs Stromsystem (Aufnahme am 20. März im Südwesten Englands). Die Einspeisung aus Solarstrom sinkt rapide - und knallt ab 10.30 Uhr wieder nach oben

Hält die Spannung? Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, ist das der Ernstfall fürs Stromsystem (Aufnahme am 20. März im Südwesten Englands). Die Einspeisung aus Solarstrom sinkt rapide - und knallt ab 10.30 Uhr wieder nach oben

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Härtetest bestanden: Die heutige partielle Sonnenfinsternis hat das Stromnetz vor bisher ungekannte Herausforderungen gestellt. Denn inzwischen speisen in Deutschland 1,4 Millionen Solaranlagen Strom ein - bei voller Sonne so viel wie bis zu 39 Atomkraftwerke.

Normalerweise ist das kein Problem, denn Stromnetzbetreiber und Energiekonzerne können die Leistung der anderen Kraftwerke anpassen. Doch bei der heutigen Sonnenfinsternis brach der Solarstrom um ein Vielfaches schneller weg als beim Sonnenuntergang oder durch Wolken. Und danach ging es mit der Solarstrom-Einspeisung umso steiler wieder nach oben.

Lesen Sie im Live-Ticker von manager magazin Online, wie die Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers Tennet mit der außergewöhnlichen Situation am Freitag Vormittag umgegangen sind. Aus der Tennet-Schaltleitung bei Hannover berichtet mm-Reporter Nils-Viktor Sorge live.

12.45 Uhr: Beenden wir den Liveticker mit einem Auszug aus der New York Times: "Solar eclipses were once thought to be a sign of divine anger." Eine Sonnenfinsternis als Zeichen göttlichen Ärgers? Wir haben Gott (@thetweetofgod) ) mal sicherheitshalber via Twitter (@nilsviktorsorge ) gefragt, was er von der Energiewende hält. Sobald eine Antwort kommt, sagen wir Bescheid. Bis dann und tschüss!

12.30 Uhr: Nun hat Tennet noch kurz den eigentlichen Sofi-Warroom für Journalisten geöffnet. Wirklich dicke Luft da drinnen. Von den Mettbrötchen sind noch einige übrig - die Hände eben immer an der Maus, der Blick auf die gigantischen Bildschirme gerichtet. In doppelter Besetzung haben die Tennet-Mitarbeiter hier eine Extremsituation im Stromnetz gemeistert. Tennet-Chef Keussen sagt, die etwa zwölf Kollegen seien erleichtert. Sie selbst dürfen nicht mit Journalisten sprechen - die Arbeit geht ja weiter. Statt Sekt gibt es also einen Kaffee.

12.15 Uhr: Noch ein Blick in die Zukunft: Eine extreme Herausforderung werden künftig Orkane für das Stromnetz sein. Bei hohen Windstärken gehen Offshore-Windparks von einem auf den anderen Augenblick vom Netz. Passiert das, wenn viele Parks fertiggebaut sind, stresst das das System noch stärker als die heutige Sonnenfinsternis. Tennet will das Problem über Preisanreize regeln: Windparkanbieter sollen Anreize bekommen, an extrem stürmischen Tagen die Rotoren gar nicht ans Netz gehen.

12.10 Uhr: Insgesamt taxiert Tennet die Kosten für alle Sondermaßnahmen des Tages in Deutschland auf einen einstelligen Millionenbetrag.

12.00 Uhr: Die Tennet-Mitarbeiter haben heute sogar Industriebetriebe angewiesen, ihren Strombedarf zu reduzieren. Dies wäre laut Netzchef Hoffmann nicht zwingend notwendig gewesen. Die Mitarbeiter in der Schaltleitung wollten aber diese Option testen, um für die künftigen Herausforderungen im Netz gerüstet zu sein. Betroffen waren offenbar Metallschmelzen in Nordhein-Westfalen. In solchen Fällen werden Unternehmen finanziell entschädigt.

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Himmelspektakel: Alles schaut nach oben

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11.55 Uhr: Tennet-Chef Urban Keussen stimmt der Verlauf des heutigen Tages optimistisch: "Ich sehe kein technisches K.O.-Kriterium für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Es gibt kein physikalisches Gesetz, das dem entgegensteht." Allerdings seien zahlreiche Anpassungen des Systems nötig. Keussen fordert etwa, dass sich die erneuerbaren Energien künftig stärker an der Stabilisierung des Netzes beteiligen.

11.45 Uhr: Stress gibt es bei einer Leitung zwischen Tschechien und Österreich. Dort will offenbar mehr Strom nach Süden als möglich. "Emergency condition", heißt es auf dem Monitor. Lapidarer Kommentar von Tennet-Chef Urban Keussen: "Da müssen die sich dort drum kümmern." Durch Tschechien wird immer wieder deutscher Ökostrom hindurchgeleitet, der Nachbarstaat ist darüber laut zahlreichen Berichten nicht glücklich. In der Alpenrepublik spricht man gar vom "Stromkrieg".

Spannung im Netz - und in der Schaltzentrale: Laut Tennet-Netzchef Peter Hoffmann (rechts) muss die Frequenz bei 50 Hertz liegen, damit es keine Probleme gibt. Da die Solarstrom-Einspeisung inzwischen wieder drastisch ansteigt, muss der Netzbetreiber die Schwankungen ausgleichen

Spannung im Netz - und in der Schaltzentrale: Laut Tennet-Netzchef Peter Hoffmann (rechts) muss die Frequenz bei 50 Hertz liegen, damit es keine Probleme gibt. Da die Solarstrom-Einspeisung inzwischen wieder drastisch ansteigt, muss der Netzbetreiber die Schwankungen ausgleichen

Foto: manager magazin online

11.40 Uhr: Und weiterhin fließt wesentlich weniger Solarstrom ins Netz als erwartet - der Unterschied liegt bei vier Gigawatt: 17 statt 21 Gigawatt. Als Ursache wird hier Nebel in Bayern heiß gehandelt. Die Diskrepanz werten die Tennet-Leute als zusätzliche Herausforderung. Zur Abwechslung sehen Sie unten ein Video der Sonnenfinsternis von Spitzbergen aus gesehen:

11.35 Uhr: Tennet-Netzchef Peter Hoffmann zieht ein erstes, positives Zwischenfazit: Die Notfallmaßnahmen hätten sich bewährt. Auch das Wort "feiern" ist hier schon gefallen. Aber die Sache ist noch nicht zu Ende - erst gegen 12 Uhr läuft das Stromsystem wieder im Normalzustand.

11.25 Uhr: Zuletzt ist die Solarstrommenge deutlich langsamer angestiegen als erwartet: Sie lag um 11.15 Uhr bei 14 statt 17 Gigawatt. Beruhigend ist immer der Blick auf die Frequenzanzeige: Die ist zwar kurzzeitig etwas nach oben geschossen, ist mit 50.02 Hertz aber im grünen Bereich. Ab 50,2 Hertz würde es kritisch.

Solarstromeinspeisung steigt drastisch - Werk Waldeck öffnet die Schleusen

11.10 Uhr: Die Solarstromeinspeisung steigt drastisch an - auf nunmehr gut zehn Gigawatt. Bisher läuft alles glatt - dank der zahlreichen Eingriffe ins Netz und in den Kraftwerkspark. Das Pumpspeicherwerk Waldeck in Nordhessen hat jetzt auch seinen zweiten Block am Netz. Beide Anlagen haben die Schleusen geöffnet und speisen mit 100 bis 200 Megawatt ins Netz ein. Kein Widerspruch: Das Waldecker Kraftwerk gleicht kurzfristige Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage aus. Obwohl also massiv Solarstrom ins Netz drängt, muss auch Waldeck liefern, offenbar weil an anderer Stelle Kraftwerke zu schnell heruntergefahren werden.

Monitore in der Tennet-Zentrale: Derzeit fällt die Einspeisung aus Solarstrom rapide ab. Sobald sie ab 10.30 Uhr wieder stark ansteigt, wird es für den Netzbetreiber kritisch. Er muss die starken Schwankungen ausgleichen - durch Leistung aus anderen Kraftwerken

Monitore in der Tennet-Zentrale: Derzeit fällt die Einspeisung aus Solarstrom rapide ab. Sobald sie ab 10.30 Uhr wieder stark ansteigt, wird es für den Netzbetreiber kritisch. Er muss die starken Schwankungen ausgleichen - durch Leistung aus anderen Kraftwerken

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11.05 Uhr: Die Sonnenfinsternis beeinflusst den Strompreis an der Börse heftig. Zu dem Zeitpunkt, als die Sonne maximal abgedeckt war, war Strom laut Tennet 20 Euro teurer pro Megawattstunde als vor der Sonnenfinsternis. Der Preis lag bei 50 Euro pro Megawattstunde. Für die Zeit nach der Sonnenfinsternis ist die Prognose wieder bei 30 Euro.

10.50 Uhr: Ab jetzt steigt die Solarstromeinspeisung wieder - und zwar rasant. "Was jetzt kommt, ist doppelt kritisch", sagt Tennet-Mann Hoffmann. "Es sind extreme Schwankungen des Regelenergieeinsatzes erkennbar." Das heißt: Extra angeforderte Kraftwerke müssen immer wieder ständig mehr leisten - für kurze Zeit. "Noch ist das Gesamtsystem stabil", sagt Hoffmann.

Ohne die Extravorkehrungen (Tennet hat bei deutlich mehr Kraftwerken Regelleistung bestellt als üblich) wäre das System allerdings schon überfordert, sagt er. "Der Lackmustest kommt in der nächsten Stunde!"

10.45 Uhr: Kurzer Europa-Check von den Tennet-Leuten: In Italien läuft alles unkritisch. Das Land ist weniger von der Sonnenfinsternis betroffen, hat aber den größten Solarstromanteil Europas (etwa 8 Prozent). Es gibt weniger Anlagen als in Deutschland (Stromanteil: 6 Prozent), aber die Sonneneinstrahlung ist in dem südeuropäischen Land höher.

10.40 Uhr: Ein großes Problem ist, dass viele Solaranlagen ihren Stromausstoß nur alle 15 Minuten melden. Das erhöht auch für den Netzbetreiber die Unsicherheit. Tennet sei aber dabei, ein neues Messsystem zu installieren. Denn eine Sonnenfinsternis im Jahr 2026 oder später dürfte eine noch größere Herausforderung sein - weil dann noch mehr Solaranlagen installiert sein werden.

10.37 Uhr: Stille im Raum bei Tennet, die Anspannung in der Schaltzentrale des Stromnetzbetreibers ist mit Händen zu greifen. Die maximale Überdeckung der Sonne durch den Mond ist erreicht. Nur die Vögel zwitschern.

10.27 Uhr: In zehn Minuten ist die maximale Überdeckung erreicht. Dann ist die Solarstromleistung auf ihrem Tiefpunkt. Danach bitte anschnallen: Von etwa sechs bis sieben Gigawatt knallt die Einspeisung auf etwas über 22 Gigawatt hoch. Dann gehen Kraftwerke in nie zuvor beobachteter Geschwindigkeit vom Netz oder drosseln ihre Leistung.

"Strommarkt hat Probleme" - Netzbetreiber muss Regelenergie zuschießen

10.20 Uhr: Der Strommarkt kommt mit der Sonnenfinsternis bisher nicht gut zurecht, sagt Tennet-Netzchef Peter Hoffmann. Es wird derzeit deutlich zu wenig Strom angeboten (etwa 1,5 Gigawatt). Deshalb muss der Netzbetreiber massiv Regelenergie zuschießen. Eine Gefahr bedeute das derzeit nicht, zeige aber die besondere Anspannung, so Hoffmann.

Monitore in der Tennet-Zentrale: Derzeit fällt die Einspeisung aus Solarstrom rapide ab. Sobald sie ab 10.30 Uhr wieder stark ansteigt, wird es für den Netzbetreiber kritisch. Er muss die starken Schwankungen ausgleichen

Monitore in der Tennet-Zentrale: Derzeit fällt die Einspeisung aus Solarstrom rapide ab. Sobald sie ab 10.30 Uhr wieder stark ansteigt, wird es für den Netzbetreiber kritisch. Er muss die starken Schwankungen ausgleichen

Foto: manager magazin online

10.15 Uhr: Es gibt nicht genügend Sofi-Brillen bei Tennet, sie werden deshalb hin- und hergereicht. Und siehe da: Ein völlig klarer Durchblick auf das Naturschauspiel hier bei Hannover.

10.12 Uhr: Ein Kollege fragt die Tennet-Leute etwa ketzerisch: "Ist das heute ein Showtermin? Sie wirken so entspannt!" Tennet-Mann Hoffmann schmunzelt etwas: "Ich sehe das wirklich etwas anders." Was meinen Sie: welche Bedeutung hat diese Sonnenfinsternis für die deutsche Energiewende? Diskutieren Sie mit bei Facebook! 

10.10 Uhr: Die Bundesnetzagentur sieht in der bevorstehenden partiellen Sonnenfinsternis keine Gefahr für einen Blackout des Stromnetzes. Dieses werde zwar "durch solch ein Ereignis erheblich unter Stress gesetzt", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der "Passauer Neuen Presse". Die Netzbetreiber seien aber gut darauf vorbereitet, dass während der Sofi die gesamte Photovoltaik-Leistung vorübergehend vom Netz gehe und kurz darauf wieder verfügbar sei.

10.05 Uhr: Die internationale Presse misst der Sonnenfinsternis jedenfalls einige Bedeutung für die deutsche Energiewende bei, wie zum Beispiel die New York Times in diesem Beitrag. 



Sonnenfinsternis 20.03.2015: Je weiter nördlich, desto stärker wird die Sonne durch den Mond abgedeckt

Sonnenfinsternis 20.03.2015: Je weiter nördlich, desto stärker wird die Sonne durch den Mond abgedeckt

Foto: Kosmos Himmelsjahr 2015; dpa


9.55 Uhr: Tennet-Netzchef Hoffmann zeigt die Produktionskurve des Pumspeicherkraftwerks Waldeck in Nordhessen. Der Graph schwankt heftig, zwischen 80 bis 180 Megawatt hin und her. Dem Kraftwerk fällt (zusammen mit vielen anderen) heute die Aufgabe zu. Reserveleistung zu liefern: Es stellt sicher, dass sich Angebot und Nachfrage die Waage halten. Deshalb sind die Becken zum Teil gefüllt - das Kraftwerk kann sowohl Strom produzieren und aufnehmen.

Noch ist er entspannt: Der Geschäftsführer des Stromnetzbetreibers Tennet, Urban Keussen

Noch ist er entspannt: Der Geschäftsführer des Stromnetzbetreibers Tennet, Urban Keussen

Foto: manager magazin online

9.45 Uhr: Ab jetzt geht es mit der Stromeinspeisung rapide abwärts - in etwa einer Stunde um acht Gigawatt. Das entspricht etwa der Leistung von acht Atomkraftwerken. Tennet-Mann Hoffman sieht der nächsten Stunde recht gelassen entgegen. "Richtig spannend wird es, wenn die Einspeisung ab etwa 10.30 Uhr wieder deutlich zunimmt." Dann steigt die Solarstromproduktion fast vier Mal schneller an als bei einem Sonnenaufgang - ein noch nie dagewesenes Ereignis.

9.40 Uhr: Merke: Eine Sonnenfinsternis hat es schon immer mal gegeben. So viele Solaranlagen wie heute aber noch nicht. Auch die Wirkung von Wolkendecken auf die Stromproduktion ist viel schwächer und langsamer als eine Sonnenfinsternis.

9.35 Uhr: Die tatsächliche Sonneneinstrahlung (13,2 Gigawatt) liegt derzeit etwas unter der Prognose. Eine Ursache könnte Nebel in Bayern sein, sagt Peter Hoffmann, Leiter der Netzführung bei Tennet. Er fürchtet sich nicht vor zu wenig Ersatzstrom. Kritisch sei aber der steile Abfall und dann der steile Aufstieg der Stromeinspeisung - stets müssen Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht gehalten werden.

9.30 Uhr: Jetzt wird es spannend: Die Solarleistung erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt, gleich fällt sie rapide ab.

9.28 Uhr: Tennet-Chef Keussen erläutert den Einsatzplan für heute: Krisenstäbe sind aktiviert, Mannschaften vergrößert, Wartungsarbeiten verschoben. Vor allem aber hat der Netzbetreiber enorme Mengen Regelenergie bestellt. Dabei handelt es sich um Kraftwerksleitung, die Schwankungen im Stromnetz ausgleichen soll. Dieser Strom ist ungleich teurer als "normaler Strom" - vor allem heute. Für eine Megawattstunde werden teils mehrere Hundert Euro gezahlt.

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Zappenduster: Historische Sonnenfinsternisse

Foto: Clive Mason/ Getty Images

9.10 Uhr: Wie heikel ist die Situation fürs Stromsystem heute tatsächlich? Viele User unserer Facebook-Seite hatten der Energiewirtschaft gestern Panikmache vorgeworfen. So hatte ein Tennet-Manager dazu geraten, heute Vormittag keine Fahrstühle zu benutzen, weil diese steckenbleiben könnten.

Allerdings haben sich die Stromnetzbetreiber intensiv auf die außergewöhnliche Situation vorbereitet - und haben heute unter anderem deutlich mehr Mitarbeiter in der Zentrale im Einsatz als üblich. Das unterstreicht den Ernst der Lage - und macht zugleich zuversichtlich, dass die Versorger mit der Extremsituation zurechtkommen.

9.05 Uhr: Hier noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten zur

Bedeutung der Sonnenfinsternis für das Stromsystem.

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Foto: SPIEGEL ONLINE

8.55 Uhr: Gerade ist Tennet-Geschäftsführer Urban Keussen in der Schaltleitung eingetroffen. Er erklärt die Monitore. Einer zeigt eine Landkarte, abgebildet ist das europaweite Stromsystem und die Stromflüsse. Auf einem anderen sind Kurven abgebildet, die unter anderem die Menge des bundesweit eingespeisten Stroms und die Frequenz zeigen. Letztere muss bei 50 Hertz liegen, damit es keine Probleme gibt. Aktueller Wert: 50,012 Hz. Alles im grünen Bereich!

8.45 Uhr: Die Sonne hat sogar hier im Norden bei Hannover bisher freie Bahn. Zuletzt hatte der Wetterdienst die Solarprognose etwas angehoben. Momentan fließt bundesweit Solarstrom mit einer Leistung von etwa neun Gigawatt ins Netz. Sobald die Sonnenfinsternis einsetzt, fällt die Leistung rapide ab.

Wolken würden den Netzbetreibern helfen - doch der Himmel ist fast wolkenlos

8.35 Uhr: Tennet betreibt ein Netz mit 21.000 Kilometer Leitungen. Es ersteckt sich von der dänischen Grenze bis nach Bayern. Dort entscheidet sich heute wohl, wie gut das System mit der Sonnenfinsternis klarkommt. Denn in Bayern (und Baden-Württemberg) stehen die meisten Solaranlagen. Und dort ist auch das Wetter am besten, fast keine Wolken mildern den Verschattungseffekt ab.

8.30 Uhr: Auch die deutsche Wirtschaft sieht das Naturereignis als harte Probe für das deutsche Stromnetz. Es werde sich zeigen, ob Netze und Kraftwerke auch in Extremsituationen mit der Energiewende zurechtkämen, erklärte der Industrieverband BDI.

8.25 Uhr: Guten Morgen aus der Schaltleitung von Tennet aus der Nähe von Hannover! Die Mitarbeiter des größten deutschen Übertragungsnetzbetreibers müssen hier heute mit der partiellen Sonnenfinsternis klarkommen. Die Stromeinspeisung aus Solaranlagen wird so stark schwanken wie noch nie zuvor - und das setzt das gesamte Stromsystem stark unter Druck.

Sonnenfinsternis und Energieversorgung: "Wir nähern uns dem Worst Case"

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