Donnerstag, 14. November 2019

Durchbruch bei Stromspeichern in USA Gigantischer Batterieblock ersetzt erstmals Gaskraftwerk

Energiegroßspeicher bei Los Angeles: Lösung für Energiewende-Probleme

In diesem Sommer haben die kalifornischen Stromversorger ein ungewohntes Problem: Offen warnen sie die Verbraucher vor Blackouts, weil zu wenig Gas für die Kraftwerke da ist. Das liegt vor allem am katastrophalen Leck in einem Speicher, das die Region monatelang in Atem hielt. Im schlimmsten Fall müssten Stromkunden an heißen Tagen ohne Klimaanlage in ihren Büros schwitzen.

Derartige Zitterpartien könnten allerdings bald seltener werden. Zunehmend stehen den Versorgern außer den Spitzenlast-Gaskraftwerken auch gigantische Batterie-Stromspeicher zur Verfügung. Bessere Technik und sinkende Preise machen es möglich.

"Wir werden Stromspeicher in Zukunft häufiger Gaskraftwerken vorziehen", sagte Colin Cushnie, Manager beim Versorger Southern California Edison (SCE), der Nachrichtenagentur Bloomberg. Und dabei werde sein Unternehmen vor allem auf Batterien setzen.

USA erleben beispiellosen Solarboom

Diese Batterien liefern nicht nur Elektrizität, wenn an Sommernachmittagen der Verbrauch in die Höhe schießt. "Sie lassen sich in Phasen niedriger Nachfrage mit überschüssigem Strom aus Wind- und Solaranlagen auffüllen", sagte Cushnie. Tatsächlich erleben die USA derzeit vor allem einen ungekannten Boom der Solarenergie, was sich mit den Speicherplänen gut ergänzt.

"Wir wussten, dass es technisch möglich ist", sagte Cushnie mit Blick auf große Batterieprojekte. "Als wir die Preise gesehen haben, wussten wir, dass die Technik wettbewerbsfähig ist." SCE hat bisher mehrere Großspeicher-Projekte ausgeschrieben, initiiert von der kalifornischen Regierung. Über die Preise hüllt sich das Unternehmen allerdings in Schweigen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung