Sonntag, 21. Juli 2019

Öl- und Gasgeschäft Deal von Wintershall und Dea sorgt für Milliarden-Buchgewinn bei BASF

BASF: Nettoverschuldung sinkt

Der Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen kann sich im zweiten Quartal auf einen ordentlichen Zufluss freuen. Das Unternehmen rechnet aus der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea mit einem Buchgewinn in einem "einstelligen Milliardenbetrag", wie Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe) sagte. Die Nettoverschuldung des Chemiekonzerns werde sich um einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag verringern, nachdem die fusionierte Wintershall Dea ihre Finanzierung auf eigene Beine gestellt habe.

Der Zusammenschluss im Öl- und Gasgeschäft war Anfang Mai abgeschlossen worden. Die neue Gesellschaft soll im zweiten Halbjahr 2020 in Frankfurt an die Börse gebracht werden. BASF wird vor dem IPO mit knapp 73 Prozent an dem Unternehmen beteiligt sein. Nach dem Schritt an den Kapitalmarkt werde BASF noch die Mehrheit an Wintershall Dea halten, im Nachgang werde sich der Dax -Konzern von weiteren Anteilen trennen. "Das Timing hängt von den Marktgegebenheiten ab. Und es gibt operativ zunächst noch einiges zu tun, um die Synergien zu heben", sagte Engel.

Mit dem Ausstieg aus dem Öl- und Gasgeschäft verliert der Konzern ertragsstarke Aktivitäten. Das verbleibende Portfolio soll die Lücke schließen. "Wir haben in den vergangenen Jahren in Cash-flow-starkes Geschäft investiert", betonte der Manager. Allerdings hat sich BASF in den vergangenen Jahren mit Erwerben zurückgehalten. "Akquisitionen können in der Chemiebranche seit einigen Jahren nicht mehr als preiswert bezeichnet werden", meinte Engel. Bei Multiples von 12 bis 14 werde es zunehmend schwerer, die Kapitalkosten verdienen zu können, die BASF für den Konzern mit 10 Prozent vor Steuern ansetzt.

"Aus dem Grund haben wir uns für Akquisitionen eine gewisse Zurückhaltung auferlegt", so Engel. Nach dem Kauf von Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäft von Bayer will sich der Konzern nicht auf der erreichten Position ausruhen. "Wir stecken viel Geld in Forschung und Entwicklung", sagte der Manager. Das soll dynamisches organisches Wachstum ermöglichen. "Wir werden uns aber auch weiterhin nach Akquisitionen umschauen."

Engel unterstrich, dass BASF mit dem Portfolioumbau sukzessive wetterfester geworden ist. Das sei im ersten Quartal im Ergebnis der Downstream-Segmente außerhalb der Basischemikalien zu sehen gewesen. "Es ist zu erkennen, dass sich die Margen verbessern. Dies unter anderem, weil die Rohstoffpreise nicht weiter steigen." BASF sei in ihren kundennäheren Segmenten 2017 und 2018 "ständig Rohstoffpreissteigerungen hinterhergelaufen", was dazu geführt habe, dass die Marge leide.

Den Handelskonflikt zwischen USA und China bekomme BASF indirekt zu spüren, weil das Geschäft ihrer Kunden langsamer laufe. "Die Sorge über den Handelsstreit ist in China und Asien deutlich größer, als wir es in Europa wahrnehmen", warnte Engel.

la/dpa-afx

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