Donnerstag, 27. Juni 2019

Schwimmendes Kernkraftwerk passiert bald deutsche Ostseeküste Atomkraft? Volle Fahrt voraus!

Dieser Kahn ist für Atomenergie-Gegner eine zu Wasser gelassene Provokation: Die "Akademik Lomonossow", ein schwimmendes Kernkraftwerk, nimmt im kommenden Jahr den Betrieb auf.

Das Kraftpaket wird im russischen St. Petersburg gebaut und soll im fernen Osten des Landes Strom und Wärme erzeugen. Deshalb schippert die mit zwei Reaktoren besetzte Schute über die Ostsee, auch an der deutschen Küste vorbei. Schlepper ziehen das Kraftwerk bis nach Pevek im Autonomen Kreis der Tschuktschen.

Die Anlage ist die erste ihrer Art - und womöglich nur der Anfang einer Serienproduktion. Denn Russlands Atombehörde Rosatom will künftig verstärkt schwimmende Kernkraftwerke einsetzen, um Städte in entlegenen Regionen zu versorgen.

Die beiden Reaktoren können Stadt mit 200.000 Einwohnern versorgen

Angestrebt ist auch der Export. "Industrielle und wirtschaftliche Entwicklung schwer erreichbarer Regionen ist ein strategisches Ziel vieler Staaten", heißt es bei Rosatom. In Wüstenstaaten könnte das Schiff Wasserentsalzungsanlagen mit Strom beliefern.

Die beiden Reaktoren verfügen jeweils über eine Leistung von 35 Megawatt und können damit eine Stadt mit etwa 200.000 Einwohnern versorgen. Sie werden auch russischen Atomeisbrechern und auf dem atomgetriebenen Frachter Sewmorput eingesetzt.

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