Dienstag, 17. September 2019

Gerüchte um Einstieg Chinas bei Ölgigant Aramco Stoppt Saudi-Arabien Pläne für weltgrößten Börsengang?

Amin H. Nasser: Verhandelt der Aramco-Chef im Hintergrund womöglich längst den Einstieg der Chinesen bei dem Öl-Giganten

Der Börsengang des saudi-arabischen Ölgiganten Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Bis zu 5 Prozent der Anteile wollen die Saudis nach früheren Angaben an die Börse bringen und damit bis zu 100 Milliarden Dollar einspielen. Doch jetzt hat Aramco Insidern zufolge den Berater FTI Consulting angewiesen, seine Arbeiten zum geplanten Börsengang einzustellen. Die Gründe für den Schritt blieben zunächst unklar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten Reuters, das Beratungsunternehmen Brunswick könnte künftig mehr Aufgaben übernehmen. Zuvor hatten Insider gesagt, China wolle sich bis zu 5 Prozent an Saudi Aramco durch einen Direktkauf von Aktien sichern.

Saudi Aramco hatte FTI angeheuert, um den Ölgiganten bei der Kommunikation mit Investoren (investor relations) zu beraten. Brunswick war für die Kommunikation mit den Medien engagiert worden. FTI und Brunswick lehnten eine Stellungnahme ab, von Saudi Aramco war keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem möglichen Einstieg chinesischer Investoren erhielte Saudi Arabien die Möglichkeit, auch andere Optionen als den klassischen Börsengang in Betracht zu ziehen, zumal zuletzt erhebliche Zweifel an dem möglichen Wert Aramcos aufgekommen waren. China wolle sich Ölvorräte sichern und sei bereit, 5 Prozent oder gar mehr der Anteile zu kaufen, zitiert Reuters den Insider.

Die beiden Staatsunternehmen PetroChina und Sinopec hätten vor kurzem einen Brief an Saudi Aramco geschrieben und ihr Interesse an einer direkten Transaktion bekundet, verlautete weiter aus Insiderkreisen. Die beiden Unternehmen seien zusammen mit dem Staatsfonds Teil eines offiziellen Konsortiums. PetroChina und Sinopec wollten sich nicht dazu äußern. Interesse soll auch Südkorea und Japan kommen, die ebenfalls Großabnehmer von saudischem Öl seien.

Ein Saudi-Aramco-Sprecher erklärte lediglich, die Börsenpläne lägen nach wie vor auf dem Tisch. Anfang Oktober hatte der Ölminister des Landes, Khalid Al-Falih, laut Nachrichtenagentur Bloomberg in Moskau erklärt, mit dem Zeitplan für den Börsengang des Staatskonzerns sei man "nicht in Verzug". Die Vorbereitungen der Regierung bewegten sich geradewegs auf ein IPO in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres zu, sagte Al-Falih.

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rei mit Reuters

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