Dienstag, 25. Juni 2019

Steigende EEG-Umlage Warum es keinen neuen Strompreis-Schock geben wird

Stromkosten: Sieben Tipps, die Firmen jetzt helfen
DPA

Die Gleichung scheint so einfach: Höhere EEG-Umlage, höhere Strompreise. Doch sie geht offenbar nicht mehr auf. Trotz steigender Kosten für Ökostrom-Förderung verlangen Versorger zum Jahreswechsel nur geringe Aufschläge. Einige wollen sogar die Preise senken.

Hamburg - Die Kunden des Oldenburger Energieversorgers EWE ahnten wohl nichts Gutes, als das Unternehmen sie jüngst über eine anstehende Strompreis-Änderung informierte. In den vergangenen Jahren kannten die Tarife meist nur eine Richtung - nach oben. Auch hatten die Netzbetreiber gerade erst angekündigt, dass die EEG-Umlage, mit der der deutsche Ökostrom gefördert wird, erneut steigen würde.

Tatsächlich hatte der Versorger jedoch Erfreuliches zu vermelden: "EWE senkt trotz des erneuten Anstiegs staatlich veranlasster Umlagen zum 1. Januar 2014 seine Strompreise um brutto 0,36 Cent je Kilowattstunde", teilte das Unternehmen mit. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden zahle fast 13 Euro weniger pro Jahr als bisher.

Weniger? Zuletzt hatten doch zahllose Experten immer wieder Rechnungen aufgemacht, um wieviel Euro die Stromrechnung für eine Familie steige. "Strom wird 2014 deutlich teurer!", mutmaßte eine Boulevardzeitung, ganz Deutschland erregte sich Mitte Oktober über eine angeblich bevorstehende neue Strompreiswelle.

Günstige Beschaffungskosten

Nicht nur in Oldenburg ist jetzt jedoch ein Effekt zu beobachten, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet: Die steigende Menge an Ökostrom im Netz führt nicht nur zu steigenden Förderumlagen, sondern auch zu einem sinkenden Börsenstrompreis. Dieser erreicht die Stromkunden aber erst mit Verzögerung, weil die Versorger meist langfristige Lieferverträge abschließen.

"Die Preise für Strom an der Börse waren zu den Zeitpunkten, als EWE für das Jahr 2014 Strom eingekauft hat, niedriger als davor", begründet EWE-Vertriebsvorstand Matthias Brückmann die Preissenkung. "Wir freuen uns, diesen Einkaufsvorteil für das kommende Jahr an unsere Kunden weitergeben zu können." EWE-Chef Werner Brinker hatte die Entwicklung schon im Frühjahr angedeutet.

Der Effekt ist bundesweit zu beobachten. Zwar haben manche Stadtwerke bereits Strompreiserhöhungen angekündigt, so die Dresdener Drewag. Doch auch in Sachsen fällt die Anhebung nicht so hoch aus wie die Steigerung der Ökostromumlage.

Sie steigt 2014 um 0,96 Cent pro Kilowattstunde. Laut dem Beratungsunternehmen Energy Brainpool können Versorger ihren Strom im kommenden Jahr aber im Schnitt um etwa 0,63 Cent pro Kilowattstunde günstiger beschaffen als im Vorjahr.

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