Dienstag, 23. Juli 2019

Steigende EEG-Umlage Warum es keinen neuen Strompreis-Schock geben wird

Stromkosten: Sieben Tipps, die Firmen jetzt helfen
DPA

2. Teil: Ist das Schlimmste bei der Energiewende überstanden?

Eine große Anzahl von Anbietern lässt die Preise stabil. Dazu zählen beispielsweise EnBW Börsen-Chart zeigen in Baden-Württemberg oder Gelsenwasser Börsen-Chart zeigen in Gelsenkirchen. Oft gibt es eine Preisgarantie bis Ende 2014.

"Eine Preiserhöhungswelle wie zum letzten Jahreswechsel wird es nicht geben", sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung beim Vergleichsportal Verivox. Anfang 2013 hatten die meisten Versorger ihre Tarife im Schnitt um mehr als 10 Prozent angehoben. Nun geht es laut Lengerke auch in die andere Richtung. "In Einzelfällen senken Versorger die Preise sogar." So wie eben in Oldenburg.

Unterm Strich werden die Strompreise im kommenden Jahr vermutlich nur sehr moderat steigen. Gemessen an den Kostenbelastungen der Anbieter, dürften die Preise laut Verivox nur um 0,7 Prozent steigen - wenn ein Anbieter seinen Strom um etwa 8 Prozent günstiger beschaffen kann, was Verivox als realistische Größe bezeichnet. Reicht ein Anbieter keine Vorteile beim Stromeinkauf weiter, sei eine Strompreiserhöhung um 3,4 Prozent plausibel. Bei kleinen Gewerbebetrieben liegt die Spanne demnach zwischen 0,55 und 3,33 Prozent.

Wer in München wohnt, hat Pech

Trotzdem sind vereinzelt auch stärkere Preissteigerungen denkbar - je nachdem, was ein Versorger seinen Kunden meint zumuten zu können. Vor allem, wer eine wenig wechselbereite Kundschaft hat oder selbst schlecht wirtschaftet, könnte die hitzige Strompreisdiskussion zu einer üppigen Erhöhung nutzen.

Ob der Strompreis nun sinkt, gleich bleibt oder steigt, hat dieses Mal auch viel mit regionalen Unterschieden zu tun. Denn mancherorts sinken die Netzentgelte. Das ist beispielsweise in Oldenburg der Fall. Anderswo wie in München (drastisch) oder Hamburg (moderat) steigen sie.

Die Gründe sind vielfältig. Mancherorts waren die Netzgebühren zuletzt zu großzügig kalkuliert, anderswo zu knapp kalkuliert. Teils arbeitet der Netzbetreiber effizienter als zuvor. "In etwa einem Viertel des Bundesgebietes könnte es daher deutliche Preissteigerungen von bis zu 10 Prozent geben", sagt Lengerke.

RWE-Manager sieht Ende der Leidenszeit erreicht

Nicht nur für Privatkunden empfiehlt es sich in diesen Wochen daher, intensiv die Preise zu vergleichen. Auch für Firmen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die Stromkosten stabil zu halten - oder sogar zu senken.

Ob die Strompreise für Privatkunden und Firmen generell ein Plateau erreicht haben und auch in den kommenden Jahren nicht mehr steigen werden, ist umstritten. Der Effekt, dass der niedrige Börsenstrompreis Umlagesteigerungen kompensiert, dürfte sich verstetigen, argumentiert beispielsweise das Öko-Institut. Auch kostet der Zubau weiterer Windkraft- und vor allem Solaranlagen weit weniger als noch vor wenigen Jahren.

Schon rechnet Hanns-Ferdinand Müller, Manager bei RWE Börsen-Chart zeigen, damit, dass ab 2015 der Strompreis in Deutschland nicht mehr steige, wie er der "Frankfurter Rundschau" sagte. Die große Unbekannte ist jedoch die Offshore-Windkraft: Kommt es zu einem massiven Zubau, der gemäß EEG gefördert wird, scheinen zusätzliche Kosten für die Verbraucher dann doch unausweichlich.

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