Netzgebühren statt Niedrigzinsen Noch kein Zugriff auf deutsche Autobahn - aber Allianz kauft britisches Gasnetz

Nationales Symbol: Gaslaternen in Westminster - an der Energie verdient deutsches Kapital künftig mit

Nationales Symbol: Gaslaternen in Westminster - an der Energie verdient deutsches Kapital künftig mit

Foto: Matthew Lloyd/ Getty Images

Der Versicherer Allianz übernimmt zusammen mit anderen Investoren die Mehrheit am britischen Gasnetz des Netzbetreibers National Grid. Das Konsortium um den deutschen Konzern vereinbarte die Übernahme von 61 Prozent der Anteile, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Zudem hat die Investorengruppe eine Option auf weitere 14 Prozent.

Das Gasnetz von National Grid ist rund 130.000 Kilometer lang und bedient rund elf Millionen Kunden. Die vereinbarten Bedingungen bewerten das gesamte Gasnetz von National Grid auf 13,8 Milliarden Pfund. Bei Abschluss der Übernahme zahlen die Investoren direkt 3,6 Milliarden Pfund. Zudem übernehmen die Käufer Schulden der Briten. National Grid kündigte an, einen Großteil des Verkaufserlöses als Sonderdividende an seine Aktionäre auszuzahlen.

Neben der Allianz gehören zu der Investorengruppe mit dem Namen Quad Gas Group auch Staatsfonds aus Katar und China, ein Infrastrukturfonds der australischen Bank Macquarie sowie drei britische Vermögensverwalter. Energienetze sind für langfristig orientierte Anleger mit ihren gut kalkulierbaren und sicheren Erträgen angesichts der Niedrigzinsen eine wichtige Anlagealternative.

Die britische Energieinfrastruktur einschließlich National Grid war bis 1990 staatlich. Von einer Beteiligung privaten Kapitals an öffentlichen Anlagen verspricht sich die Versicherungswirtschaft auch in Deutschland viel. Öffentlich gewordene Pläne für eine Teilprivatisierung der Autobahnen sind aber weithin auf Ablehnung gestoßen.

ak/dpa-afx