Mittwoch, 22. Mai 2019

Kein Strom mehr aus Kohle Gabriel setzt Energieversorgern weiter zu

Braunkohlekraftwerk von Vattenfall in Brandenburg: Kapazitäten werden weiter zurückgefahren

Ungeachtet der Proteste von Beschäftigten für den Erhalt von Kohle- und Gaskraftwerken will Wirtschaftsminister Gabriel die Kraftwerksleistung aus diesem Sektor weiter herunterfahren. Mittelfristig will Gabriel laut einem Bericht sogar komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.

Hamburg - Betroffen seien fünf Gigawatt Kraftwerksleistung aus Steinkohle und weitere fünf Gigawatt aus Braunkohle, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Mittelfristig plane Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, komplett aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Eine Ministeriumssprecherin dementierte die Zahlen nicht. Sie betonte aber, die Entscheidung darüber, welche Kraftwerke aus betriebswirtschaftlichen Gründen stillgelegt würden, sei zunächst eine Entscheidung der Energieunternehmen.

In einem zweiten Schritt prüfe die Bundesnetzagentur, ob das jeweilige Kraftwerk wirklich geschlossen werden könne oder ob es für die Versorgungssicherheit relevant sei. In dem Falle werde es in die Netzreserve aufgenommen, wodurch die Kraftwerksbetreiber Kosten erstattet bekämen.

Durch den Ausbau von Ökostrom sind die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken unter Druck geraten. Nach Angaben des Ministeriums haben sie die Stilllegung von 50 Kohle- und Gaskraftwerksblöcken beantragt. Davon seien elf als systemrelevant eingestuft worden. Bei sechs Kraftwerksblöcken sei die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Das Ministerium versicherte, die Versorgungssicherheit sei in Deutschland weiter hoch. "Deutschlandweit betrachtet haben wir weiterhin Überkapazitäten." Es sei zudem klar, dass durch den Umbau der Stromversorgung hin zu erneuerbaren Energien der Anteil konventioneller fossiler Energieträger immer stärker sinken werde. Vor wenigen Tagen hatten Zehntausende Beschäftigte für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in Kohle- und Gaskraftwerken demonstriert.

la/dpa

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung