Samstag, 25. Januar 2020

Investment-Flop Statkraft steigt bei Eon aus

Statkraft-Anlage in Norwegen: In der Heimat ist die Welt für den Versorger noch in Ordnung

Großaktionär Statkraft hat offenbar die Geduld mit Eon verloren: Still und heimlich hat sich der norwegische Versorger von allen Anteilen am Düsseldorfer Stromkonzern getrennt. Unterm Strich hat das Abenteuer den Skandinaviern einen Milliardenverlust eingebracht.

Oslo - Für den norwegischen Energieversorger Statkraft entwickelt sich die deutsche Energiewende immer mehr zum Alptraum. Die Gaskraftwerke des Unternehmens in der Bundesrepublik laufen schlecht, der Strompreis ist niedrig, und die Beteiligung am größten deutschen Stromkonzern Eon hat sich auch als Flop erwiesen.

Jetzt hat Statkraft deshalb alle seine Anteile an Eon Börsen-Chart zeigen verkauft. Die Norweger kassierten dadurch 8,5 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro), wie sie am Mittwoch mitteilten.

Der Staatskonzern wolle damit seine Finanzkraft stärken. Die Papiere seien im ersten und im zweiten Quartal abgestoßen worden. Statkraft hatte im Februar Abschreibungen auf seine Eon-Beteiligung vornehmen müssen.

Das Unternehmen hatte zu Jahresbeginn 2009 knapp 4,2 Prozent der Eon-Anteile übernommen und dafür seine 44,6-prozentige Beteiligung an der schwedischen Eon-Tochter abgegeben. Die gut 83 Millionen Aktien hatten damals einen Wert von 2,2 Milliarden Euro. Wegen der Energiewende ist der Eon-Kurs massiv eingebrochen, am Mittwoch verkündete Eon weiter sinkende Erträge.

nis/dpa-afx/rtr

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