Donnerstag, 22. August 2019

Energiegipfel Sechs absurde Folgen der Energiewende

Kohlekraftwerk und Windräder in Gelsenkirchen: Kohlestrom feiert ein Comeback

2. Teil: Deutschland pustet mehr CO2 in die Luft

Vor ziemlich genau 13 Jahren beschloss die Bundesregierung das Erneuerbare Energien Gesetz, kurz EEG. Ein großes Ziel wurde ihm in die Wiege gelegt: Die Stromproduktion aus regenerativen Quellen zu fördern, um den deutschen Beitrag zur Klimaerwärmung zu reduzieren. Seitdem schraubten Hausbesitzer von Flensburg bis Freiburg Millionen von Solarpanelen auf ihre Dächer, zehntausende Windräder recken ihre Hälse in den Himmel. Die bislang installierte Leistung summiert sich mittlerweile auf rund 30 Gigawatt aus Windkraft und noch einmal soviel aus Photovoltaik. Zusammen können sie theoretisch so viel Strom erzeugen wie 40 Kernkraftwerke - mittags, wenn die Sonne scheint.

Doch unter dem Strich ist Strom aus Deutschland schmutziger als zuvor, zumindest im vergangenen Jahr. Denn der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase ist laut den vorläufigen Zahlen des Bundesumweltministeriums 2012 um 1,5 Prozent gestiegen. Neben dem strengen Winter 2011/12, in dem deutlich mehr geheizt wurde, sieht Ressortchef Peter Altmaier (CDU) den Hauptgrund für den Rückschlag darin, dass deutsche Kraftwerke wieder mehr billige Braun- und Steinkohle verfeuern, um Strom zu gewinnen. Ökostrom kommt zwar inzwischen auf einen Anteil von 25 Prozent. Die CO2-Einsparung wurde im vergangenen Jahr jedoch durch das Verbrennen von Kohle überkompensiert.

Klimaziele In Gefahr

Altmaier sieht deswegen die Erfüllung der Klimaziele in Gefahr. Seit dem Jahr 1990 gingen die Emissionen um knapp 27 Prozent zurück. Die Anforderungen des Kyoto-Protokolls werden damit klar erfüllt. Auch bei einem kleineren Anstieg 2012 sind diese Ziele nicht gefährdet. Dennoch dürfte das deutsche Klimaschutzziel von rund 40 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2020 schwieriger zu erreichen sein.

Zugleich schnellen aber auch die Stromexporte in die Höhe. Trotz der acht stillgelegten Kernkraftwerke gingen 2012 rund 23 Milliarden Kilowattstunden ins europäische Ausland, im Jahr zuvor waren es laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft 6,3 Milliarden.

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