Energieversorger Eon hält erneuerbaren Energien die Treue

Deutschlands größter Energieversorger Eon hadert mit seinem Schuldenberg. Eine Ausgliederung der Erneuerbare-Energien-Sparte steht aber offenbar dennoch nicht zur Debatte - obwohl Eon sehrwohl Geld für seine Expansionspläne gebrauchen könnte.
Eon-Windfarm in Großbritannien: Eon dementiert Pläne zur Ausgliederung der Erneuerbare-Energien-Sparte

Eon-Windfarm in Großbritannien: Eon dementiert Pläne zur Ausgliederung der Erneuerbare-Energien-Sparte

Foto: Eon

Frankfurt - Der Energiekonzern Eon will seine Erneuerbare-Energien-Sparte weder verkaufen noch teilweise verkaufen oder auch nur ausgliedern. "Es gibt keine Pläne zur Ausgliederung der Sparte", sagte ein Eon-Sprecher.

Das Magazin "DER SPIEGEL" hatte berichtet, es lägen Pläne einer externen Unternehmensberatung vor, die Sparte mit ihren weltweit verteilten Windparks, Biogasanlagen und Solarparks in eine eigenständige Gesellschaft zu überführen. Sie könnte dann ausgegliedert und später an die Börse gebracht werden. Eon  hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Beteiligungen abgestoßen. Eon habe dadurch bereits rund 17 Milliarden Euro eingenommen, teilte der hoch verschuldete Konzern Ende Januar mit.

Mit seinem laufenden Verkaufsprogramm könne Eon Einnahmen von bis zu 20 Milliarden Euro erzielen, hieß es damals. Mit dem Geld will der Energiekonzern seinen Schuldenberg abtragen und Mittel für die Auslandsexpansion gewinnen. So hat Eon in Brasilien im vergangenen Jahr für 350 Millionen Euro 10 Prozent an dem Versorger MPX Energia des deutschstämmigen Milliardärs Eike Batista übernommen.

Türkei als weiterer Hoffnungsmarkt

Seit Wochen wird nun darüber spekuliert, dass der Konzern seine Beteiligung erhöhen könnte. So berichtete Ende Februar die brasilianische Zeitung "Valor Economico" ohne Angabe von Quellen, Eon könne mit der staatlichen brasilianischen Entwicklungsbank BNDES und mehreren Finanzinvestoren Anteile von Batista erwerben und das Unternehmen kontrollieren. Der Preis für Batistas Anteil könne bei rund 1,1 Milliarden Euro liegen.

Neben Brasilien ist die Türkei der zweite neue Markt, in dem Eon-Chef Johannes Teyssen das Wachstum des Versorgers vorantreiben will. Dazu übernimmt der Düsseldorfer Versorger Anteile vom türkischen Energiekonzern Enerjisa, die bislang der österreichische Konkurrent Verbund hielt.

So dürften am Mittwoch, wenn der Konzern seinen Geschäftsbericht für 2012 veröffentlicht, Aussagen zum Auslandsgeschäft und zum Verkaufsprogramm im Mittelpunkt des Interesses stehen - zumal das Zahlenwerk für 2012 weitgehend bekannt ist. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im vergangenen um 16 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro, wie Eon bereits Ende Januar auf Basis vorläufiger Berechnungen mitgeteilt hatte.

Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettogewinn erhöhte auf 4,3 Milliarden Euro von 2,5 Milliarden Euro, die Aktionäre erhalten eine Dividende von 1,10 Euro je Anteilsschein. Für 2013 rechnet der Versorger mit einem Ebitda von 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Nettogewinn von 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro.

wed/rtr
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