Montag, 18. November 2019

Neuer Schlag für Offshore Südweststrom steigt aus Nordsee-Windprojekt aus

Offshore-Windpark Bard: Südweststrom fällt als Käufer aus

2. Teil: Ministerpräsident Kretschmann sieht Offshore in Gefahr

Erst vor einer Woche hatte auch der Karlsruher Energiekonzern EnBW angekündigt, seine Pläne für den Nordsee-Windpark "Hohe See" vorerst ruhen zu lassen. Derzeit fehlten verlässliche Rahmenbedingungen für die milliardenschwere Investition, begründete der bundesweit drittgrößte Versorger den Schritt.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) drang deshalb zur Eile bei der Klärung von elementaren Fragen rund um die Offshore-Windkraft. "Da besteht höchste Eisenbahn", sagte er am Dienstag. So seien wichtige Haftungsfragen noch nicht abschließend geklärt, was Betreiber verunsichere.

Für Südweststrom ist es bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass ein milliardenschweres Kraftwerksprojekt in Norddeutschland scheitert. Vor drei Monaten hatte der Stadtwerkeverbund seine Pläne für ein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel an der Elbe aufgegeben.

Dort wollte Südweststrom für 3,2 Milliarden Euro das größte Steinkohlekraftwerk Deutschlands bauen. Doch durch die Energiewende gelten neue Kohlekraftwerke inzwischen als nicht mehr wirtschaftlich, und auch die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein lehnte das Projekt ab.

Südweststrom hatte die beiden großen Projekte in Norddeutschland damit begründet, dass die kleinen Stadtwerke unabhängiger von den Stromlieferungen der Atomkonzerne werden wollten. Jetzt will die Gesellschaft wieder stärker in kleinere Projekte investieren.

Der Stadtwerkeverbund beliefert als Einkaufsgemeinschaft kleinerer Stadtwerke im Moment rund 4,5 Millionen Haushalte mit Strom und 1,1 Million Haushalte mit Gas - vor allem in Baden-Württemberg.

nis/dpa

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