Donnerstag, 14. November 2019

Windparkprojekt Borkum Auf Eis statt ans Netz?

So soll es aussehen: Ein Windpark im Meer. Doch davon ist das Windparkprojekt Borkum Riffgrund 2 offenbar weit entfernt

Wegen Problemen beim Anschluss ans Stromnetz legt der dänische Energiekonzern Dong Energy offenbar das Windparkprojekt Borkum Riffgrund 2 vor der deutschen Nordseeküste auf Eis.

Hamburg - Der Ausbau der deutschen Offshore-Windparks gerät weiter ins Stocken. Das dänische Energieunternehmen Dong hat den Bau der Anlage Borkum "Riffgrund 2" gestoppt und die Bestellung von 97 Windrädern bei Siemens storniert, wie der "Spiegel" am Sonntag vorab berichtete. Grund für den Rückzug sei, dass der Netzbetreiber Tennet zwar einen Netzanschluss zugesagt habe, aber "kein verlässliches Datum nennen will, wann er die Leitung ins deutsche Stromnetz fertigstellen kann", sagte der Deutschland-Geschäftsführer von Dong Energy, Christoph Mertens, dem "Spiegel".

Das vorläufige Aus für den Offshore-Park in der Nordsee dürfte demnach auch bei den bevorstehenden Verhandlungen über ein Gesetz zu Haftungsregeln für Windparkbetreiber bei fehlenden Netzanschlüssen eine Rolle spielen. Sie treten diese Woche in Berlin in die entscheidende Phase.

Tennet ist einer von vier Netzbetreibern in Deutschland und für den Anschluss von Windparks in der Nordsee zuständig. In sein Netzgebiet fallen unter anderem die Höchstspannungsnetze in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie Bremen. Das niederländische Unternehmen Tennet hatte vor mehr als zwei Jahren das Stromnetz des Energieriesen Eon übernommen und seiner deutschen Tochter übertragen. Bereits vor Monaten hatte Tennet vor erheblichen Problemen bei der Anbindung von Windparks vor der Nordsee-Küste gewarnt, etwa bei Planung und Bau, aber auch bei der Finanzierung.

Die Bundesregierung setzt massiv auf Windenergieanlagen vor der Küste, um den Ausstieg aus der Atomenergie zu bewältigen. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf mindestens 35 Prozent, bis 2030 dann auf 50 Prozent steigen. 15 Prozent des deutschen Strombedarfs sollen dann aus Offshore-Windparks gedeckt werden.

got/afp/dapd

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