Sonntag, 15. September 2019

Windkraftanlagen Vestas beklagt Subventions-Aus in USA

Windenergieanlage von Vestas: Angst vor der Zukunft in den USA

Keine Subventionen, kein Geschäft: Der weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas warnt vor dem Marktzusammenbruch für Windenergieanlagen in den USA. Grund sei das Ende der Windkraftsubventionierung in Amerika.

London - Der weltgrößte Windkraftanlagenbauer Vestas warnt vor einem kompletten Marktzusammenbruch in den USA. Sollten die in diesem Jahr auslaufenden Steuervorteile für Windenergie nicht verlängert werden, werde das Geschäft zwischen 75 und 95 Prozent einbrechen, sagte Marketingchef Morten Albaek der "Financial Times". Die Subvention war 1992 eingeführt worden. Während US-Präsident Barack Obama die Regelung laut Zeitung gern verlängern würde, lehnen viele Republikaner dies ab.

Derzeit gibt es angesichts der unklaren Entwicklung einen Sonderboom in den USA. Viele Investoren wollen sich noch die Vorteile sichern und lassen deshalb noch schnell neue Anlagen bauen. Erwartet wird, dass in diesem Jahr in den USA eine Rekordleistung von 12.500 Megawatt installiert wird.

Danach dürfte es düster aussehen. Der US-Windenergieverband sieht 37.000 Jobs in Gefahr. Vestas droht mit dem Abbau von 1.600 Stellen. Insgesamt rechnet das Unternehmen laut Zeitung damit, dass bei einem Ende der Steuervorteile seine weltweite Produktion um 20 Prozent im kommenden Jahr sinkt. Auch der deutsche Konkurrent Nordex hat eine Fabrik in den USA.

Vestas kämpft seit langem mit Überkapazitäten und dem hohen Preisdruck in der Branche. Bis zum Jahresende wollen die Dänen weitere 1.400 Stellen streichen. Im vergangenen Jahr stand unter dem Strich ein Verlust von 166 Millionen Euro, im ersten Halbjahr 2012 waren es schon 170 Millionen Euro.

kst/dpa-afx

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