US-Ölkatastrophe US-Regierung wettert gegen BP-Manager

Der Ton im Streit um die Ölkatastrophe wird rauer: Die US-Justiz zeigt sich empört über die Einstellung und das Verhalten der BP-Manager. Die Ermittler wollen dem Unternehmen vor Gericht mutwilliges Verhalten vorwerfen, damit könnte sich die Schadensersatzzahlung vervierfachen.
Ölplattform Deepwater Horizon: Im April 2010 löste die Explosion der Plattform die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA aus

Ölplattform Deepwater Horizon: Im April 2010 löste die Explosion der Plattform die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA aus

Foto: REUTERS/ US Coast Guard

Washington - Im Streit um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko fährt das US-Justizministerium schwerere Geschütze gegen den britischen Ölkonzern BP auf. Das Ministerium wirft dem Unternehmen grobe Fahrlässigkeit und mutwilliges Fehlverhalten vor, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Sollte das Gericht bei dem für Januar geplanten Prozess ebenfalls grobe Fahrlässigkeit feststellen, droht BP eine Vervierfachung der Schadensersatzzahlung auf bis zu 21 Milliarden Dollar. Begleitet werden die Vorwürfe von besonders scharfer Rhetorik, die auf eine wachsende Entschlossenheit der Regierung schließen lassen.

Experten zufolge gibt das Justizministeriums zu erkennen, dass es die Geduld mit BP verliert. "Die Einstellung, die Äußerungen und das Verhalten der BP-Manager würden nicht einmal in einem mittelgroßen Unternehmen toleriert, das völlig ungefährliche Produkte für den Verkauf in einem Vorstadt-Einkaufszentrum herstellt", wettert das Ministerium in den in der vergangenen Woche eingereichten Unterlagen.

Im April 2010 war die BP-Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Die US-Regierung und BP verhandeln über einen Vergleich, äußern sich aber nicht über den Stand der Gespräche. BP wies den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zurück.

mg/rtr