Sonntag, 21. April 2019

Windanlagenbauer Vestas streicht weitere 1400 Stellen

Windkraftanlage von Vestas: Die Auftragsbücher sind so prall gefüllt wie noch nie

Der dänische Konzern Vestas konnte im zweiten Quartal seine Verluste senken und schaffte es operativ sogar in die Gewinnzone. Dennoch muss der weltweit größte Hersteller von Windkraftanlagen seine Kosten weiter reduzieren und plant nun einen zusätzlichen Arbeitsplatzabbau.

Kopenhagen - Bis zum Jahresende sollen weitere 1400 Stellen gestrichen und damit 250 Millionen Euro eingespart werden, teilte Vestas zusammen mit endgültigen Zahlen für das zweite Quartal mit. Zwischen April und Juni konnten die Dänen ihren Verlust unter dem Strich bereits auf acht Millionen Euro begrenzen. Vor einem Jahr hatte der Nordex-Konkurrent noch ein Minus von 71 Millionen Euro verbucht. An der Börse legte die Aktie gegen den negativen Markttrend in Europa um mehr als 6 Prozent auf 36 Euro zu.

Die bereits Ende Juli veröffentlichten Werte für Umsatz und operativen Gewinn wurden bestätigt. Demnach stiegen die Erlöse um 15 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro und vor Zinsen und Steuern (Ebit) schaffte es Vestas mit 18 Millionen Euro zumindest operativ wieder in die schwarzen Zahlen.

Neben den Entlassungen will Vestas Börsen-Chart zeigen sich seine Wertschöpfungskette genauer ansehen und sucht nach Möglichkeiten, Arbeiten an seine Zulieferer auszulagern. Damit solle die Flexibilität in der Fertigung erhöht und der Kapitalbedarf reduziert werden. Bereits Anfang des Jahres hatte Vestas trotz dicker Auftragsbücher mehr als 2300 Arbeitsplätze gestrichen.

Auch im vergangenen Quartal kamen nochmals neue Aufträge herein. Mittlerweile sei der Bestand an festen Bestellungen für Windkraftanlagen und Serviceleistungen so hoch wie noch nie, hieß es vom Unternehmen. Doch die gesamte Branche leidet unter Überkapazitäten und dem damit verbundenen Preisverfall. Viele Hersteller produzieren noch mit zu hohen Kosten.

Zwar bestätigten die Dänen ihre Prognose für das laufende Jahr und wollen weiterhin einen Umsatz zwischen 6,5 und acht Milliarden Euro sowie eine Ebit-Marge zwischen 0 und 4 Prozent schaffen, jedoch haben sich die Aussichten für 2012 verfinstert. Wegen verspäteter Netzanschlüsse in China und einem niedrigeren Auftragseingang im ersten Halbjahr, glaubt der Vorstand, in diesem Jahr nur noch Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,3 Gigawatt (GW) ausliefern zu können. Eigentlich sollten es rund sieben GW sein. Für 2013 sind die Aussichten noch mauer: Vestas geht von fünf GW aus.

mg/dpa-afx

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