Jobverlust in Deutschland Atommeilerfirma Areva streicht 1200 Stellen

Leiharbeiter sind Gewerkschaftern ein Dorn im Auge. Es sei denn, sie können Jobverluste auf sie abwälzen: Der Atommeilerbauer Areva will wegen der Atomwende hierzulande 1200 Jobs streichen - nach Einigung mit den Gewerkschaften vor allem auf Kosten der Leiharbeiter.
Areva-Angestellte in La Hague: Kollegen von Stellenstreichungen in Deutschland betroffen

Areva-Angestellte in La Hague: Kollegen von Stellenstreichungen in Deutschland betroffen

Foto: Francois Mori/ AP

Erlangen - Der französische Atomkraftwerkbauer Areva NP will in den kommenden vier Jahren bundesweit rund 1200 Stellen streichen. Damit konkretisierte das Unternehmen seine Streichpläne, die bereits Ende vergangenen Jahres bekannt geworden waren.

Das Unternehmen mit seiner Deutschlandzentrale in Erlangen will dabei auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, teilte ein Sprecher von Areva-Deutschland den "Nürnberger Nachrichten" mit.

Stattdessen sollen befristete Arbeitsverträge nicht verlängert, Leiharbeit zurückgefahren und die übliche Personalfluktuation genutzt werden, um das Ziel bis 2015 zu erreichen. Das sehe eine mit dem Betriebsrat ausgehandelte Vereinbarung vor, sagte ein Sprecher. Seit Juni 2011 seien auf diese Weise bereits rund 150 Arbeitsplätze abgebaut worden. Areva NP beschäftigte zuletzt in Deutschland rund 4500 Mitarbeiter, mehr als 3600 davon in der Erlanger Zentrale.

Das Unternehmen begründet den Personalabbau in erster Linie mit der Energiewende der deutschen Bundesregierung. Mit dem geplanten Verzicht auf Atomkraft breche für Areva Deutschland das Inlandsgeschäft weg. Der französische Atomkonzern hatte daraufhin zur Vorgabe gemacht, bei Areva Deutschland zwischen 1200 und 1500 Mitarbeiter abzubauen.

Betroffen von dem Personalabbau seien neben der Zentrale in Erlangen auch Standorte des Atomkraftwerksbauers in Offenbach und Karlstein bei Aschaffenburg. Da sich die Stellenstreichung in erster Linie an den vorhandenen und künftig zu erwartenden Aufträgen der verschiedenen Unternehmensbereichen orientiere, sei derzeit noch unklar, in welchem Umfang die einzelnen deutschen Areva-Standorte von den Streichungen betroffen seien.

Aufhebungsverträge mit entsprechenden Abfindungen seien dabei nur als letztes Mittel geplant, sagte der Areva-Sprecher. Vielmehr sollten Fachkräfte soweit wie möglich im Unternehmen gehalten werden. Das Unternehmen brauche diese Kompetenz unter anderem für seine Auslandsaufträge. Zudem solle Areva Deutschland nach Konzernplänen zum Kompetenzzentrum für den Rückbau von Atomkraftwerken werden. Für Fachleute böte sich zudem beim Tochterunternehmen Areva Wind GmbH in Bremerhaven eine Perspektive.

kst/dpa-afx
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