Sonntag, 15. Dezember 2019

Gasmarkt EU-Gericht senkt Kartellstrafe für Eon

Verwaltung der ehemaligen Eon Ruhrgas in Essen: Der Konzern zieht sich zurück

Die Energieriesen Eon und GDF Suez kommen in einem Kartellstreit mit der EU-Kommission günstiger davon. Ein Gericht reduzierte die 2009 verhängte Strafe wegen Absprachen im Gasmarkt um fast die Hälfte. Inzwischen ist das Geschäft für die Konzerne weniger interessant.

Luxemburg - Ein EU-Gericht hat die Strafen für die Energieversorger Eon und GDF Suez wegen Absprachen auf dem Gasmarkt herabgesetzt. Statt den bisher festgesetzten jeweils 553 Millionen Euro müssen das deutsche und das französische Unternehmen nun je eine Geldbuße von 320 Millionen Euro zahlen, teilte das Gericht am Freitag in Luxemburg mit.

Bei dem Verfahren ging es um eine Absprache zwischen den beiden Versorgern aus dem Jahr 1975 im Zusammenhang mit dem Bau der Mitteleuropäischen Gasleitung (Megal), mit der russisches Gas nach Frankreich und Deutschland geliefert wird. Die spätere Eon-Tochter Ruhrgas und der damalige Staatskonzern Gaz de France, der in der heutigen GDF Suez Börsen-Chart zeigen aufging, vereinbarten, sich keine Konkurrenz auf dem jeweiligen Inlandsmarkt zu machen.

Gegen die bereits 2009 von der EU-Kommission verhängte Strafe klagten beide Unternehmen. Das Gericht bestätigte die damalige Entscheidung nun, sah den Zeitraum, in dem die beiden Unternehmen den Wettbewerb behinderten, aber als kürzer als bisher angenommen an. Daher reduzierte es die Strafen. Auch die EU-Kommission hatte nur die Zeit nach der Öffnung der europäischen Gasmärkte im Jahr 2000 in ihrem Bußgeldbescheid berücksichtigt. Die Buße wurde damals bereits bezahlt.

Inzwischen sorgt das Geschäft mit russischem Gas, das zu langfristigen Lieferverträgen von Gazprom Börsen-Chart zeigen über Pipelines bezogen wird, für hohe Verluste. Denn die an den Ölpreis gekoppelten Zahlungen liegen wegen der Angebotsschwemme aus unkonventionellen Gasquellen und Flüssiggas deutlich über den Gaspreisen am Spotmarkt. Eon Börsen-Chart zeigen verhandelt ebenso wie RWE Börsen-Chart zeigen seit Jahren vergeblich über eine Vertragsänderung. Zugleich zerlegt der Konzern seine Gastochter Ruhrgas. Im Mai verkaufte Eon das deutsche Ferngasnetz für gut drei Milliarden Euro an die australische Investmentbank Macquarie.

ak/dpa-afx

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