Energieversorger Steuerfahnder filzen EnBW-Büros

EnBW-Mitarbeiter sollen trickreich mit Emissionsrechten gehandelt haben. Steuerfahnder durchsuchten die Konzernzentrale. Es ist nicht der einzige Skandal bei Deutschlands drittgrößtem Energieversorger.
EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Tricks beim Emissionshandel

EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Tricks beim Emissionshandel

Foto: dapd

Düsseldorf/Karlsruhe - Steuerfahnder durchsuchten nach Informationen des "Handelsblatts" am vergangenen Dienstag die EnBW-Zentrale in Karlsruhe und beschlagnahmten umfangreiche Unterlagen sowie elektronische Dateien. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und EnBW bestätigten die Aktion, heißt es in dem Bericht.

Die Ermittler verdächtigen demnach drei Mitarbeiter einer deutschen EnBW-Tochter, über Jahre an einem kriminellen Umsatzsteuerkarussell mitgewirkt zu haben. Dabei gehe es um Tricks beim Handel mit Verschmutzungsrechten, dem sogenannten Co2-Emissionshandel. Der Unternehmenstochter sollen 46 Millionen Euro an Steuern zu viel vom Finanzamt erstattet worden sein.

"Die Mitarbeiter haben zumindest billigend in Kauf genommen, dass eingereichte Rechnungen nicht hätten geltend gemacht werden dürfen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Unklar sei demnach, ob die EnBW-Mitarbeiter in die eigene Tasche gewirtschaftet hätten oder einfach dem Unternehmen zu einer Geldspritze verhelfen wollten. EnBW  ist nach Eon  und RWE  der drittgrößte Energieversorger Deutschlands.

Die Steuerrazzia ist der jüngste Vorfall in einer Reihe dubioser Geschäfte, in die EnBW verwickelt ist. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Konzern bis zu 300 Millionen Euro an den russischen Geschäftsmann Andrej Bykov gezahlt hatte - ohne erkennbare Gegenleistung.

ts/dpa-afx/
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