Übernahmen Erneuerbare Energien locken Firmenjäger

Das Volumen der Firmenkäufe im Bereich Erneuerbare Energien hat sich 2011 auf rund 25 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der Sektor ist laut einer Studie ein Treiber des globalen M&A Geschäfts. Derzeit bremsen jedoch die Lage an den Kreditmärkten sowie Unsicherheiten über die Förderung - nicht nur in Deutschland. 
Wind und Sonne: "Einspeisung von Solarstrom zu Marktpreisen theoretisch schon heute möglich"

Wind und Sonne: "Einspeisung von Solarstrom zu Marktpreisen theoretisch schon heute möglich"

Foto: Marius Becker / dpa

München - Im Erneuerbare-Energien-Sektor ist die Zahl der Firmenkäufe und -verkäufe weltweit deutlich angestiegen. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Transaktionen in diesem Bereich auf 210, das M&A-Volumen wuchs um 135 Prozent auf 25 Milliarden Euro. Dies ergibt die Studie "M&A in Renewable Energy" von Mergermarket und der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner.

Für das laufende Jahr erwarten 87 Prozent der Experten einen weiteren Anstieg des globalen M&A-Geschäfts im Bereich Erneuerbare Energien. Für die Studie wurden im Frühjahr 2012 weltweit 100 im Bereich Erneuerbare Energien tätige M&A-Experten zur zukünftigen Entwicklung und den Hintergründen von M&A-Transaktionen im EE-Markt befragt.

"Die Energiewende erweist sich als Wachstumsmotor für die Branche der erneuerbaren Energien. Dies gilt für die westlichen Industrieländer wie für Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika", sagt Christian Rödl, Geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. Zu erwarten seien weitere strategische Zukäufe zum Beispiel von Energieversorgern in den Bereichen Solar-, Wasser- und Windenergie, Biomasse sowie Geothermie.

Schwierige Finanzierung, politische Unsicherheit in den Boommärkten

Gebremst werden Zukäufe jedoch durch die wieder deutlich schwierigere Finanzierung. Unternehmen mit hohen Liquiditätsreserven sind daher im Vorteil. Weitere Hindernisse bilden unsichere Genehmigungsverfahren, bürokratische Barrieren und die unklaren politischen Rahmenbedingungen in vielen Ländern. Vor allem in den bisherigen Boommärkten Italien und Spanien, aber auch in Deutschland stehen Entscheidungen über die zukünftige Vergütung der Einspeisung an.

Da in der Branche damit gerechnet wird, dass die staatlichen Subventionen weiter zurückgehen, rückt daher die sogenannte Netzparität (Grid Parity) in den Blick. In vielen Ländern sei eine Einspeisung von Solarstrom zu Marktpreisen theoretisch schon heute möglich, so die Autoren der Studie. Die befragten Experten erwarten Grid Parity im Solarbereich und für Windenergie in Deutschland, Spanien und Italien ab dem Jahr 2015/2061.

"Die höhere Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien durch sinkende Kosten für die Anlagen und Verbesserung der Effizienz könnte einen neuen Schub an Investitionen auslösen", sagt Anton Berger, Co-Autor der Studie. "In einigen Segmenten ist Grid Parity schon heute erreicht. Eine intelligente staatliche Förderung ist aber in vielen Bereichen noch erforderlich."

la
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