Donnerstag, 17. Oktober 2019

Erneuerbare Energie RWE baut riesigen Windpark

RWE-Zentrale in Essen: Mehr Aufmerksamkeit für erneuerbare Energien

RWE darf mit dem Bau des größten deutschen Offshore-Windparks vor der Nordseeinsel Juist anfangen. Innogy Nordsee soll eine Nennleistung von 1000 Megawatt haben und rund drei Milliarden Euro kosten.

Hamburg - Der Energiekonzern RWE kommt mit seinen Plänen zum Bau von Windrädern auf hoher See voran. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmige der Tochter RWE Innogy den ersten von insgesamt drei geplanten Windparks in der Nordsee, teilte das Dax-Unternehmen am Mittwoch mit.

Der Offshore-Windpark Innogy Nordsee 1 umfasse 54 Turbinen und solle rund 40 Kilometer vor der Insel Juist auf 34 Quadratkilometern errichtet werden. Auch für die geplanten Windparks Nordsee 2 und 3 werde bald eine Erlaubnis erwartet. Insgesamt plant RWE, in den kommenden Jahren in der Nordsee auf 100 Quadratkilometern rund 160 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt zu errichten, was der Leistung eines Atommeilers entspricht. "Die erste Genehmigung für unseren Offshore-Windpark Innogy Nordsee 1 ist ein wichtiger Meilenstein für uns, auf den wir rund drei Jahre hingearbeitet haben", sagte Innogy-Chef Fritz Vahrenholt. Dieses Projekt spiele eine große Rolle bei der Strategie des RWE-Konzerns zum Kapazitätsausbau erneuerbarer Energien.

RWE Innogy hatte Ende 2008 die Rechte an dem Projekt Innogy Nordsee 1 vom Projektentwickler Enova erworben. Der vom Atomausstieg in Deutschland gebeutelte Energieriese RWE hat sich den Ausbau seines Ökostromgeschäftes mit Milliarden-Investitionen auf die Fahnen geschrieben. Der neue RWE-Chef Peter Terium will den Anteil der Erneuerbaren an der Erzeugungskapazität des bislang schwer atom- und kohlelastigen Konzerns bis 2020 auf mindestens 20 von derzeit 7,5 Prozent steigern.

RWE Börsen-Chart zeigen wie auch Konkurrent Eon Börsen-Chart zeigen hatten zuletzt die Bundesregierung vor einem Scheitern ihrer Ausbaupläne für Windkraft gewarnt. Ihr Vorwurf: Die Stromnetzbetreiber kämen mit dem Anschluss der Winterparks nicht hinterher. Die Netzbetreiber hätten sich selbst über- und die Probleme unterschätzt. Zudem seien die finanziellen Anreize für die Netzbetreiber unzureichend, da die Regulierungsbehörde ihnen Investitionen nicht besonders hoch vergüte, hatte der Chef der E.ON-Sparte Climate & Renewables, Mike Winkel, zuletzt betont. Inzwischen hat die Bundesregierung eine Arbeitsgruppe aus Industrie und Politik auf den Weg gebracht, die die Netzanbindung beschleunigen soll.

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