Dienstag, 12. November 2019

Nordsee Gaswolke und Sperrgebiet rund um Bohrinsel

Shearwater-Plattform in der Nordsee: Zweite Bohrinsel evakuiert
REUTERS / Shell
Shearwater-Plattform in der Nordsee: Zweite Bohrinsel evakuiert

Die Situation wegen des Gaslecks in der Nordsee verschärft sich: Nachdem der Energiekonzern Total bereits am Vortag seine Bohrinsel evakuiert hatte, bringt nun auch Shell Arbeiter von der benachbarten Bohrinsel in Sicherheit. Rund um die Plattform wird ein Sperrgebiet eingerichtet.

London - Schiffe müssen mindestens zwei Seemeilen (3,7 Kilometer) Abstand zur Plattform Elgin PUQ vor der schottischen Ostküste halten, Flugzeuge mindestens drei Seemeilen Abstand, wie die britische Küstenwache am Dienstag mitteilte.

Nachdem der Energiekonzern Total Börsen-Chart zeigen am Montag alle 238 Arbeiter von der Plattform in Sicherheit gebracht hatte, zog auch Shell Börsen-Chart zeigen vorsichtshalber dutzende Arbeiter von der nahe gelegenen Shearwater-Plattform und der Bohrinsel Noble Hans Deul ab.

Das Gasleck an der Plattform Elgin PUQ war am Sonntag entdeckt worden. Nach Angaben von Total handelt es sich um den schwersten Zwischenfall in der Nordsee für den französischen Energiekonzern seit einem Jahrzehnt.

Die Lösung des Problems werde "mindestens einige Tage" dauern, sagte ein Sprecher. Experten aus aller Welt würden eingeflogen, um das Leck zu stoppen. Eine Möglichkeit sei, ein Entlastungsloch zu bohren, allerdings wäre dies sehr zeitaufwändig.

Gaswolke über der Plattform

Berichten zufolge steht eine Gaswolke über der Plattform. Auf dem Meer wurde eine zehn Kilometer lange Spur von Gas-Kondensat gemeldet. Total hält nach eigenen Angaben ein Flugzeug in Bereitschaft, das Chemikalien zum Auflösen des Kondensats versprühen kann.

Allerdings werde davon ausgegangen, dass es von selbst verdunsten werde und "keine große Gefahr für die Umwelt" darstelle, sagte der Sprecher. Ein Aufklärungsflugzeug flog am Montag zweimal über die Unglücksstelle, für Dienstag waren drei weitere Flüge geplant.

Bei einer Explosion auf der Öl-Plattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko waren vor knapp zwei Jahren elf Arbeiter getötet worden. Das Unglück löste die größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte aus.

la/dpa/afp

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