Dienstag, 12. November 2019

Eon, RWE und Co. Atomriesen auf Ökotrip

Rückenwind: Welche Versorger mit erneuerbaren Energien Gewinne machen
Eon

2. Teil: Versorger drehen den Spieß langsam um

Ein Schwerpunkt liegt für alle Konzerne dabei auf der Offshore-Windkraft in Deutschland. So baut Eon den Park Amrumbank West 36 Kilometer vor der Nordseeküste mit einer Leistung von bis zu 400 Megawatt. RWE Innogy ist zunächst mit der 295-Megawatt-Anlage Nordsee Ost dabei. EnBW errichtet Turbinen in Nord- und Ostsee, wo auch Iberdrola aktiv ist.

Eon betreibt zudem beispielsweise Windparks in den USA, RWE solarthermische Kraftwerke in Spanien. Zum Portfolio gehören weiterhin klassische Wasserkraftwerke. Sogar die noch zuletzt verspottete Fotovoltaik wird für alle Versorger inzwischen interessant, weil die Preise rapide fallen und die Technik Fortschritte macht.

Inzwischen bringen die Engagements den Konzernen weit mehr als ein poliertes Image, wie schon die Gewinne von Eon zeigen.

• Für Strom aus erneuerbaren Quellen benötigen sie keine Emissionszertifikate, die die Unternehmen ab 2013 ersteigern müssen.

• Die Erträge hängen zwar vom Wetter ab, doch dafür sind die Preise sind meist garantiert - durch Einspeisetarife wie in Deutschland, Zertifikate oder feste Abnahmevereinbarungen. Das ist ein besonderer Vorteil in Zeiten schwacher Stromnachfrage wie zurzeit, wenn der Börsenpreis im Keller ist.

• Strom aus erneuerbaren Quellen hat in der Regel Vorrang im Netz. Konventionelle Kraftwerke stehen bei geringer Nachfrage oder hohem Stromangebot dagegen oft still. Die Konzerne sind davon bei Starkwind oder starkem Sonnenschein besonders davon betroffen und schaffen sich mit eigenen Ökokraftwerken mindestens ein Gegengewicht.

Konzerne kommen in den Genuss fester Einspeisetarife

Kein Wunder, dass RWE, Eon und andere mit allen Mitteln auf den raschen Netzanschluss ihrer Windparks in der deutschen Bucht dringen. RWE erwägt sogar eine Klage gegen Netzbetreiber Tennet. Und Eon öffnet sich externen Investoren, die als Minderheitspartner die rasche Expansion auf See vorantreiben sollen.

Mithilfe der großen Parks könnten die Versorger den Spieß bei den Erneuerbaren endlich ein Stück weit umdrehen und selbst einen Großteil der Subventionen gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz einstreichen. Bisher machten Genossenschaften, Bürgerinitiativen und Finanzinvestoren das Geschäft, die Versorger schauten den anderen beim Geldverdienen zu, die massive Einspeisung von Solarstrom bereitete den Manager zunehmend Sorgen.

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