Samstag, 7. Dezember 2019

Großbritannien RWE-Biomassekraftwerk gerät in Brand

RWE-Kraftwerk Tilbury: Von Kohle auf Biomasse umgestellt

Auf dem Gelände des von RWE betriebenen größten britischen Biomassekraftwerks ist am Montag ein Feuer ausgebrochen. Die Anlage wurde erst vor kurzem von Kohle auf den erneuerbaren Brennstoff umgestellt.

London - Ein Biomassekraftwerk des deutschen Energiekonzerns RWE im britischen Essex ist am Montag in Brand geraten. Nach Angaben der Feuerwehr haben 4000 bis 6000 Tonnen des Brennstoffes Feuer gefangen. Nach ersten Erkenntnissen kamen Menschen nicht zu schaden. "Die Sicherheit unserer Leute hat oberste Priorität", sagte ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers RWE nPower.

120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Die Löscharbeiten seien schwierig, da kein Wasser eingesetzt werden könne. Löschwasser würde sich mit der Biomasse verbinden und das Gewicht auf das Gebäude so stark erhöhen, dass Einsturzgefahr bestehe. Über die Ursache für das Feuer herrschte zunächst Unklarheit.

Das Kraftwerk Tilbury liegt in der Grafschaft Essex am Ufer der Themse. Das Biomassekraftwerk, in dem RWE Börsen-Chart zeigen Pressholz zur Stromerzeugung verbrennt, hat eine Leistung von 750 Megawatt. Ein dort ebenfalls betriebenes Kohlekraftwerk will der Essener Energiekonzern Ende 2015 stilllegen.

Das Kraftwerk, das 1969 als Kohlekraftwerk ans Netz gegangen war, wurde im vergangenen Jahr auf Biomasse umgestellt. Es ist erst seit wenigen Wochen mit dem neuen Brennstoff wieder am Netz und damit ein Vorreiter in Großbritannien. Das britische Energieministerium veröffentlichte im Oktober Pläne, die kombinierte Verbrennung von Biomasse und Kohle in Kraftwerken stärker zu fördern. Verschiedene Versorger arbeiten an ähnlichen Projekten.

ak/dpa-afx/rtr

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