Energieversorgung Stadtwerke fordern Konzerne mit Milliardeninvestitionen heraus

Rund zehn Milliarden Euro wollen Deutschlands Stadtwerke nach Angaben des Verbandssprechers Hans-Joachim Reck in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren investieren. Es ist ist nicht die erste Anküdigung dieser Art.
Zentrale des Mannheimer Versorgers MVV: 1,5 Milliarden bis 2020 für erneuerbare Energien

Zentrale des Mannheimer Versorgers MVV: 1,5 Milliarden bis 2020 für erneuerbare Energien

Foto: DPA

München - Nach dem beschleunigten Atomausstieg wollen die 900 Stadtwerke in Deutschland ihre Chance nutzen. Mit einem Milliardenprogramm wollen die kommunalen Versorger den Energieriesen Eon, RWE , EnBW und Vattenfall entgegentreten. "Die kommunalen Unternehmen haben heute einen Anteil von zehn Prozent an der Stromerzeugung. In den nächsten 10 bis 15 Jahren wollen wir den Anteil in Deutschland auf 25 Prozent mehr als verdoppeln", kündigt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), in der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) an.

Es gehe um zweistellige Milliardeninvestitionen in neue fossile Kraftwerke und Erneuerbare Energien wie Windparks, sagt Reck. Damit fordern kommunale Versorger die angeschlagenen Stromriesen endgültig heraus. "Wir stehen vor einer Ära der Stadtwerke", sagt Reck.

Harte Kritik übt der Verbandschef am Kurs der Bundesregierung bei der Energiewende: "Bisher kann ich noch keinen Plan für diesen Umbau erkennen, den bleibt die Bundesregierung schuldig." Um dem Kompetenzgerangel zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium zu begegnen, müsse die Regierung einen eigenen Posten schaffen. "Deutschland braucht einen Energieminister", fordert Reck.

Schon vor Monaten gab es ähnliche Ankündigungen

Neu sind die Ankündigungen indes nicht. Schon im Oktober hatte eine Allianz der acht größten deutschen Stadtwerke, die "8KU", umfangreiche Investitionen in die Stromerzeugung angekündigt. Damals war plakativ die Rede von zehn Milliarden Euro innerhalb von zehn Jahren, mit denen zehn Gigawatt an Kraftwerksleistung gebaut werden sollten. Die Summe würde reichen, um ein Zehntel der gesicherten Kraftwerksleistung Deutschlands zu ersetzen, hieß es damals.

Die Investitionen waren vor allem in den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung auf der Basis von Gas oder Kohle und in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen. Der Gruppe gehören unter anderem die Versorger in Leipzig, Hannover, Frankfurt am Main, Köln und Mannheim.

Alleine der börsennotierte Mannheimer Stadtwerkeverbund MVV  hatte zuletzt angekündigt, bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, allem voran in die Windkraft, zu investieren.

dpa/krk
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