Fonds geschlossen Solar Millennium fehlt Geld für Spanien-Projekt

Die schlechten Nachrichten reißen bei Solar Millennium nicht ab. Nachdem es zuletzt vor allem bei Großprojekten in den USA Hiobsbotschaften gegeben hatte, fehlt jetzt vorerst für ein Kraftwerk in Spanien das Geld. Jetzt sollen neue Finanziers gefunden werden, um das Projekt zu retten.
Aufbau einer Solaranlage im spanischen Andalusien: Solar Millenium jetzt auch mit Problemen in Spanien

Aufbau einer Solaranlage im spanischen Andalusien: Solar Millenium jetzt auch mit Problemen in Spanien

Foto: A9999 Solar Millenium/ dpa

Erlangen - Der Solarkraftwerksbauer Solar Millennium hat ein neues Problem. Jetzt fehlt für ein geplantes Kraftwerk in Spanien erst einmal das Geld. Denn der Versuch, das Projekt Ibersol über einen öffentlichen Fonds zu finanzieren, sei gescheitert, musste das Unternehmen am Mittwoch einräumen. Das öffentliche Beteiligungsangebot wurde beendet.

Um das Kraftwerk Ibersol doch noch wie geplant in Betrieb nehmen zu können, führt das Unternehmen nach eigenen Angaben nun Gespräche mit möglichen Partnern. Der Fonds richtete sich auch gerade an Privatanleger. Was mit den eingeworbenen Geldern passiert, ist noch offen. Sie befänden sich in voller Höhe auf einem Treuhandkonto der Ibersol Fonds GmbH & Co KG. Über die weitere Vorgehensweise werde der Fonds die bisherigen Zeichner informieren.

An der Börse führte die Ankündigung zu einem Einbruch des Solar-Millennium-Aktienkurses von mehr als 11 Prozent (Stand: 14.35 Uhr). Und das an einem Tag, an dem sich Anleger mit der zuletzt arg gebeutelten Solarbranche versöhnlich zeigten. Zugegriffen haben die Investoren vor allem bei SMA-Solar-Papieren , die sich im TecDax  um bis zu 7,1 Prozent auf ein Dreiwochenhoch von 42,86 Euro verteuerten. Die Titel von Centrotherm  und Solarworld  gewannen jeweils 2,7 Prozent.

Erst am Vortag hatte das krisengeschüttelte Unternehmen Solar Millennium  angekündigt, dass sich die Verhandlungen über den Verkauf von Projekten in den USA verzögerten. Anders als geplant sei in diesem Jahr nicht mehr mit einem Abschluss zu rechnen. Der Vorstand prüfe derzeit die daraus resultierenden Konsequenzen, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.

Auf dem US-Markt lagen einst ganz große Hoffnungen der Erlanger. Doch im August mussten sie bereits einen unerwarteten Technologiewechsel für das Prestigeprojekt in der kalifornischen Wüste ankündigen. Statt mit der selbstentwickelten Parabolrinnentechnik sollte das Sonnenkraftwerk nun in konventioneller Photovoltaiktechnik errichtet werden.

Im Oktober kündigte das Management dann an, sich komplett aus den USA zurückziehen und die dortigen Projekte an das Unternehmen Solarhybrid aus dem sauerländischen Brilon verkaufen zu wollen.

kst/dpa-afx