Samstag, 25. Mai 2019

Quartalszahlen BP erholt sich von Ölpest-Katastrophe

BP-Logo: Der Ölriese lässt die teure Ölkatastrophe im Golf von Mexiko langsam hinter sich

Vor eineinhalb Jahren explodierte die Bohrplattform Deepwater Horizon und verseuchte den Golf von Mexiko mit Millionen Liter Öl. Die Aufräumarbeiten kosteten den Ölriesen BP Milliarden. Nun melden die Briten erstmals wieder einen hohen Quartalsgewinn - das tut auch dem Aktienkurs gut.

London - Der britische Ölkonzern BP hat nach mehr als einem Jahr schlechter Nachrichten seinen Gewinn kräftig gesteigert. Konzernchef Bob Dudley sprach von einem Wendepunkt: In den kommenden Monaten soll die Ölproduktion im Golf von Mexiko wieder anziehen, nachdem sie nach der Umweltkatastrophe durch das Sinken der Plattform "Deepwater Horizon" vom Frühjahr 2010 gefallen war. Das kündigte Dudley am Dienstag in London an.

Für das dritte Quartal vermeldete BP einen Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten - das Maß, dass die Schwankung der Ölpreise berücksichtigt - von 5,14 Milliarden US-Dollar (3,7 Mrd Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte diese Größe noch bei 1,8 Milliarden US-Dollar gelegen. In den neun Monaten bis September verzeichnete BP einen Gewinn von 15,9 Milliarden US-Dollar.

In den kommenden Jahren will Dudley vor allem die Ausgaben für die Erkundung neuer Felder verdoppeln sowie die Investitionen in die Tiefsee-Projekte und die Gas-Aktivitäten erhöhen. Finanziert werden soll dies unter anderem durch das bereits laufende Programm von Verkäufen und Ausgliederungen von weniger wichtigen Bereichen. Die Summe, die dadurch eingenommen werden soll, wurde von 30 Millionen auf 45 Millionen US-Dollar erhöht.

Weiteres Geld für Investitionen soll bereitstehen, wenn die Zahlungen in den Rettungsfonds für die Opfer des Öldesasters vom Golf von Mexiko im Jahr 2012 auslaufen. Dudley kündigte siebzehn neue Projekte für die kommenden drei Jahre an. Das Unternehmen habe sich stabilisiert und in diesem Monat habe man den Wendepunkt erreicht, erklärte er.

Dudley war im Mai unter Druck geraten, nachdem ein Milliardendeal für die Öl-Ausbeutung in der Arktis mit dem russischen Konzern Rosneft gescheitert war.

wed/dpa

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