Unklarheit über Stellenabbau Eon-Mitarbeiter starten Proteste

Der Energieversorger Eon will 11.000 Stellen abbauen, doch ein vollständiges Sparkonzept liegt bislang nicht vor. Dagegen wehrt sich die Belegschaft mit Kundgebungen an mehreren Standorten. Die Gewerkschaft droht mit Streik - und Betriebsräte bezeichnen die Stimmung als katastrophal.
Industriekletterer an einem Eon-Logo: 11.000 Stellen sollen bei Eon wegfallen - doch wo genau, hat die Eon-Führung noch nicht verraten

Industriekletterer an einem Eon-Logo: 11.000 Stellen sollen bei Eon wegfallen - doch wo genau, hat die Eon-Führung noch nicht verraten

Foto: dapd

Düsseldorf - Im Energiekonzern Eon  wächst die Unruhe über den angekündigten Abbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen. Mit Kundgebungen an mehreren deutschen Standorten wollen Mitarbeiter in den kommenden Tagen und Wochen ihre Unzufriedenheit über das Vorgehen des Vorstandes deutlich machen. Die Kritik am Management nimmt angesichts des bislang noch nicht vorliegenden Sparkonzeptes zu. Die Gewerkschaft Verdi schließt ohnehin Streiks nicht mehr aus, wie Arbeitnehmervertreter bereits vor Wochen deutlich machten.

Das Eon-Management will Arbeitnehmer laut einem Zeitungsbericht mit Sonderzahlungen zum Job-Verzicht bewegen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bietet das Unternehmen den Angestellten der Düsseldorfer Konzernzentrale Sonderzahlungen an, wenn Aufhebungsverträge noch bis Jahresende geschlossen werden. Ein Sprecher des Unternehmens wollte das nicht kommentieren, da zuerst betroffene Mitarbeiter informiert werden sollen. Am Dienstag ist nach dpa-Informationen eine Betriebsversammlung in Düsseldorf geplant.

Die Stimmung in der Belegschaft beschreibt Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer als Katastrophe. Viele Mitarbeiter seien verunsichert, sagte er am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Rund drei Monate nach den Sparankündigungen gebe es immer noch keine Unterlagen. Er verwies darauf, dass eigentlich für Ende Oktober oder Anfang November eine Information des Aufsichtsrat über das Sparkonzept erwartet wurde. Die Protestaktionen gingen weiter. In München sei am kommenden Donnerstag und in Hannover am 7. November eine Kundgebung geplant.

"Im Konzern herrscht Aufregung und Verunsicherung", sagte auch der Verdi-Bundesvorstand Erhard Ott dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dass es immer noch keine konkreten Pläne und Aussagen gebe, sei ein völlig unhaltbarer Zustand. Hauptforderung von Verdi ist nach früheren Angaben der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen über das Jahr 2012 hinaus. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte Anfang August nach der Atomwende und Geschäftseinbußen im Inland Eon einen Sparkurs verordnet. Dabei schloss er betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Verdi strebt einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung bei Eon an. Laut der Gewerkschaft stehen in Deutschland bis zu 6.000 Stellen bei dem Energieriesen auf der Kippe. Der Düsseldorfer Konzern hat weltweit rund 80.000 Mitarbeiter. Bei einem Abbau von insgesamt bis zu 11.000 Arbeitsplätzen wäre das fast jeder siebte weltweit.

wed/dpa-afx
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