RWE-Tochter Dea erschließt große Gasfelder in der Nordsee

Der Öl- und Gasförderkonzern RWE Dea arbeitet mit Hochdruck an der Erschließung seiner Erdgasfelder in der Nordsee. Pipelines und Plattformen sind bereit, ab dem kommenden Jahr soll das Gas strömen. Zugleich muss das Unternehmen auf Druck der Konzernmutter Aktivitäten abgeben.
Erdgas-Plattform im "Entenschnabel": Seit 2000 fördert RWE Dea Gas in der deutschen Nordsee

Erdgas-Plattform im "Entenschnabel": Seit 2000 fördert RWE Dea Gas in der deutschen Nordsee

Zwijndrecht - Schon im kommenden Jahr solle das erste Gas aus den Erdgasfeldern in der südlichen Nordsee fließen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Die nachgewiesenen Reserven der beiden Felder Breagh und Clipper South sind wichtig für unser Ziel, die Gasförderung in der Nordsee weiter zu entwickeln", sagte der Vorstandsvorsitzende der RWE Dea, Thomas Rappuhn, im niederländischen Zwijndrecht.

Dort entstanden in den vergangenen Monaten auf der Heerema-Werft die beiden Förderplattformen, mit denen RWE Dea als Betriebsführer die Felder ausfördern wird. Die Breagh-Plattform ist 85 Meter hoch und wiegt 4000 Tonnen. Sie soll Mitte September in das Gasfeld rund 100 Kilometer östlich der britischen Küste geschleppt werden. Eine Pipeline wurde bereits verlegt. Die kleinere Plattform für das Feld Clipper South ist bereits an ihrem Einsatzort eingetroffen.

Der Energiekonzern RWE  strebt nach eigenen Angaben derzeit keinen Komplettverkauf seiner Öl- und Gasfördertochter RWE Dea an. "Es ist nicht ausgeschlossen, aber es ist nicht der Pfad, den wir gehen", sagte Rappuhn. Der Mutterkonzern wolle, dass Dea einen Beitrag zum laufenden Desinvestmentprogramm leiste. "Wir streben eine Portfoliolösung an." So könne Dea beispielsweise Lizenzen ganz oder teilweise verkaufen. Um welche Lizenzen und um welche Regionen es sich handeln könnte, ließ Rappuhn offen.

RWE-Chef Jürgen Großmann will binnen drei Jahren Beteiligungen im Wert von bis zu elf Milliarden Euro abstoßen. Der Energieriese ist durch die Atomwende und das schwache Gasgeschäft unter Druck geraten. RWE Dea ist im Konzern für die Produktion von Erdöl und Erdgas verantwortlich. Das Unternehmen ist in rund ein Dutzend Ländern aktiv, neben Deutschland und anderen europäischen Staaten auch in Nordafrika und Turkmenistan. Im vergangenen Jahr erzielte RWE Dea ein Betriebsergebnis von 305 Millionen Euro.

ak/dpa-afx/rtr
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