Nach US-Schwenk Solar Millennium räumt Verzögerungen ein

Der Solaranlagenentwickler Solar Millennium muss einen neuen Zeitplan für das riesige Kraftwerksprojekt in Kalifornien entwickeln. Firmenchef Christoph Wolff räumt ein, der plötzliche Schwenk von solarthermischer Technik zu herkömmlichen Solarzellen verzögere den Baubeginn. Dafür könne die Bauzeit kürzer ausfallen.
Eigentlich die Spezialität von Solar Milllennium: Bau eines solarthermischen Kraftwerks in Spanien

Eigentlich die Spezialität von Solar Milllennium: Bau eines solarthermischen Kraftwerks in Spanien

Foto: ddp

Berlin - Der Erlanger Solarkraftwerksentwickler Solar Millennium räumt nach einer technologischen Kehrtwende bei einem Prestigeprojekt in Kalifornien Verzögerungen bei der Planung ein. Ursprünglich sollten die ersten beiden solarthermischen Kraftwerke in Kalifornien 2014 ans Netz gehen - doch das Unternehmen hatte für Investoren völlig überraschend bekanntgegeben, bei dem Projekt in den USA nun herkömmliche Photovoltaik-Zellen verwenden zu wollen und nicht die eigentlich geplante Technologie.

Vorstandschef Christoph Wolff sagte der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe), es werde nun sicher "gewisse Verzögerungen" geben - dafür sei aber die Bauzeit bei Photovoltaik kürzer. "Wir haben noch keinen detaillierten Zeitplan." Die Aktie des Unternehmens war nach Bekanntgabe des Schwenks in den vergangenen Tagen dramatisch eingebrochen.

Wolff erklärte die Neuplanung mit der Finanzkalkulation: "Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind die Marktgegebenheiten in Kalifornien", sagte er der Zeitung. "Bislang wollten wir hier auf Solarthermie setzen, die sogenannte CSP-Technologie, die den großen Vorzug hat, auch stetigen Grundlaststrom liefern zu können." Die Energieversorger dort sähen derzeit aber vor allem Handlungsbedarf bei der Abdeckung von Spitzenlasten - da seien Photovoltaikmodule derzeit die günstigere Lösung.

Einen grundsätzlichen Vertrauensverlust der Anleger bestritt Wolff und sprach von einer "Momentaufnahme". Die Gespräche mit neuen Eigen- und Fremdkapitalgebern seien weit fortgeschritten. Ob es dabei um eine Übernahme des Unternehmens geht, wollte der Vorstandschef nicht kommentieren.

Eigentlich wollte Solar Millennium  in der kalifornischen Wüste riesige Parabolspiegel zur Bündelung des Sonnenlichts aufstellen. Erst im Juni war Wolff zum ersten Spatenstich in die USA gereist.

ak/dpa-afx
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