Geplanter Stellenabbau Eon-Betriebsräte drohen mit Streiks

Den Entschluss zum Atomausstieg hat eine breite Bevölkerungsmehrheit getragen, die wirtschaftlichen Folgen werden erst langsam offenbar. Der Energiekonzern Eon erwägt, bis zu 11.000 Stellen zu streichen. Jetzt reagiert der Betriebsrat auf die Pläne und droht mit Arbeitsniederlegungen.

Düsseldorf - Gegen das Sparpaket von Eon regen sich Proteste. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat drohen nun mit Streiks. Gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi und den Betriebsräten an der Standorten wolle man über das weitere Vorgehen sprechen, sagte Eon-Aufsichtsrat Sven Bergelin.

Dann könnte auch die Entscheidung zum Streik fallen. Dies werde aber erst geschehen, sobald Details zu den Vorstandsplänen vorliegen. Zuletzt hatte E.on angekündigt, den Abbau von weltweit bis zu 11.000 Stellen zu prüfen. Allerdings sind dazu nur wenige Details bekannt.

Laut Bergelin wollen die Arbeitnehmervertreter an einem Alternativplan zum Erhalt möglichst vieler Jobs arbeiten. Bis zur nächsten Sitzung des Kontrollgremiums Anfang November sollen Einzelheiten zu den Sparpläne vorliegen.

Nach Darstellung der Arbeitnehmerseite sind durch das Sparpaket allein in Deutschland bis zu 6000 Stellen in Gefahr. Betroffen seien unter anderem die Standorte in München, Hannover und teilweise Essen.

Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen hatte vorige Woche kräftige Einschnitte angekündigt: Die Atomwende und schlecht laufende Gasgeschäfte lassen die Gewinne bei Eon bröckeln. Deutschlands größter Energiekonzern hatte im zweiten Quartal einen Verlust von 382 Millionen Euro gemacht. Es waren die ersten roten Zahlen der Unternehmensgeschichte. Ab 2015 will Teyssen jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen.

kst/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.