Mittwoch, 1. April 2020

Eon-Chef Teyssen "Wir sind noch längst keine High-Performer"

Eon-Chef Johannes Teyssen: Will Reorganisation von Eon vorantreiben

Eon-Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen will das beginnende zweite Jahr seiner Amtszeit für interne Reformen nutzen. Vor allem in der Verwaltung und Steuerung des Konzerns sieht er Handlungsbedarf. In seinen neuen Zielländern strebe Eon Kraftwerks-Cluster an, sagte Teyssen im Interview.

Hamburg - Eon-Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen will das nun beginnende zweite Jahr seiner Amtszeit für interne Reformen nutzen. Eon sei noch längst kein High-Performer, erklärt er im Gespräch mit manager magazin (Erscheinungstermin: 22. Juli). Vor allem in der Verwaltung und Steuerung des Konzerns sieht Teyssen Handlungsbedarf.

Auf die Frage, ob Eon Personal abbauen müsse, sagte der Manager: "Wir müssen möglichst effiziente, flexible Beschäftigungsstrukturen aufbauen, die zur Strategie passen."Eon, so Teyssen weiter, wolle kein "Dividendenweltmeister" werden, sondern wieder wachsen. Aber im Augenblick ginge es darum, das Geschäft abzusichern und neu aufzustellen. Teyssen wörtlich: "Wenn wir das jetzt nicht richtig machen, werden wir die wachstumsstarke Zukunft nicht mehr erleben."

Wachsen wolle er unter "möglichst zurückhaltender Nutzung des Kapitals". Es ginge nicht, wie früher, nach der Devise: "kaufen, kaufen, kaufen".Gegenüber manager magazin konkretisierte Teyssen die Eon-Kraftwerkspläne im Ausland. Der Konzern strebe in den neuen Zielländern "Cluster" an, mehrere Kraftwerke in einer Region, die gemeinsam kostensparend bewirtschaftet werden könnten: "Wir wollen keine Insellösungen."

Kritik übte Teyssen an den restriktiven Bedingungen für die Offshore-Förderung. Anders als in England oder Dänemark, wo man relativ nah an der Küste bauen könne, müssten die Unternehmen in Deutschland in tiefere Gewässer, um das Wattenmeer zu schützen. Dafür habe er zwar Verständnis, er frage sich aber schon, "ob es so dramatisch wäre, wenn wir etwas dichter an die Küsten gingen". Solange das nicht passiere, werde Deutschland beim Thema Offshore "später durchstarten" als andere Länder.

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