Rekordnachfrage Alcoa-Chef Kleinfeld meldet Umsatzsprung

Alcoa hat die Richtung vorgegeben: Als erster US-Konzern hat das weltweit zweitgrößte Aluunternehmen seinen Halbjahresgewinn 2011 präsentiert, und das Ergebnis lässt Amerika hoffen. Alcoa hat deutlich zugelegt. Jetzt spekulieren Börsianer auf ebenso gute Nachrichten der anderen US-Größen.
Firmenschriftzug an der Alcoa-Zentrale: Mehr Umsatz dank gestiegener Rohstoffpreise

Firmenschriftzug an der Alcoa-Zentrale: Mehr Umsatz dank gestiegener Rohstoffpreise

Foto: Gene J. Puskar/ AP

Pittsburgh/New York - Die erste Nachricht hat den Amerikanern Mut gemacht. Mitten in der Zeit bedenklicher Meldungen über die US-Konjunktur im Großen, hat der Aluminiumkonzern Alcoa höhere Umsätze als vor Jahresfrist gemeldet. Der vom früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumhersteller Alcoa  verkündete am Montag nach Börsenschluss in New York ein Plus von 27 Prozent. Da Alcaoa vielfach als erstes großes US-Unternehmen Rechenschaft gegenüber seinen Aktionären über seinen Geschäftsverlauf ablegt, gilt Alcoa auch als Trendbarometer für die US-Wirtschaft gelten.

Im zweiten Quartal stieg das Nettoergebnis auf 322 Millionen Dollar oder 28 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch 136 Millionen Dollar oder 13 Cent je Anteilsschein betragen. Der Umsatz legte auf 6,6 Milliarden Dollar zu; Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen profitierte nach eigener Angabe von einer Rekordnachfrage nach Aluminium und gestiegenen Rohstoffpreisen.

"Zwar verläuft die wirtschaftliche Erholung ungleichmäßig", sagte Kleinfeld am Montag in New York, "doch der Ausblick für Alcoa und für Aluminium bleibt insgesamt positiv." Die Nachfrage nach dem Metall steige anhaltend, versicherte er. Zuletzt waren die Alupreise deutlich gestiegen. Sie pendelten an der London Metal Exchange zwischen 2500 und 2600 Dollar je Tonne. Im Vorjahresquartal waren es im Schnitt 1977 Dollar je Tonne.

Die Börsianer hören die Botschaft gerne: Der Kurs der Alcoa-Aktie  lag nachbörslich leicht im Plus. Der große Jubel an den Märkten blieb allerdings aus, denn höhere Energie- und Materialkosten machten gleichzeitig einen Teil des sonst womöglich noch höheren Alcoa-Gewinns zunichte. Zudem litt der Konzern nach eigenen Angaben unter dem schwächeren Dollar beim Rohstoffeinkauf.

Börsianer schauen bei Alcoa auch noch aus einem anderen Grund besonders genau hin: Die Zahlen gelten wegen der breiten Verwendung von Aluminium als eine Art Indikator für die gesamte Wirtschaft. Die Autoindustrie setzt das leichte Metall etwa für Motorblöcke ein, die Flugzeughersteller bauen daraus Rumpf und Tragflächen.

kst/can/rtr/dpa
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