520-Millionen-Euro-Investition Bosch baut Solarfabrik in Malaysia

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch will sein internationales Solargeschäft ausbauen und greift dafür tief in die Tasche. Für 520 Millionen Euro soll bis Ende 2013 eine Produktion in Malaysia gebaut werden. Geplant sind 2000 Arbeitsplätze.
Im Sonnenschein: Bosch hat im Solargeschäft großes vor - vor allem in Fernost

Im Sonnenschein: Bosch hat im Solargeschäft großes vor - vor allem in Fernost

Foto: AP

Hamburg - Von Malaysia aus solle überwiegend der dynamisch wachsende Solarmarkt in Asien bedient werden, teilte Bosch am Mittwoch in Stuttgart mit. "Die geplante Anlage umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von den Siliziumkristallen - den so genannten Ingots - über die Solarzellen bis zu den Modulen für den Einsatz auf Dächern oder in Solarkraftwerken", erklärte Holger von Hebel, Vorstandschef der Bosch Solar Energy.

Nach dem Endausbau im Jahr 2014 sollen in der Fabrik im Bundesstaat Penag mit rund 2000 Mitarbeitern Solarzellen mit einer Gesamtspitzenleistung von 640 Megawatt (MW) pro Jahr produziert werden. Die Modulfertigung sei für 150 MW ausgelegt. "Die weitere Internationalisierung soll der Entwicklung von Bosch Solar Energy noch einmal einen deutlichen Schub geben", betonte von Hebel.

Bosch will 2011 mit seinen Solaraktivitäten erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erzielen. Der Konzern war erst vor drei Jahren mit der Übernahme der Ersol AG  im größeren Stil ins Solargeschäft eingestiegen und griff 2009 auch beim Modulhersteller Aleo Solar zu. Immer mehr Solarfirmen - wie First Solar oder Solarworld - drängen auf den asiatischen Markt, nachdem die Förderkürzungen in wichtigen europäischen Absatzländern die Nachfrage eintrübten. In Asien werden in den kommenden Jahren Zuwachsraten von durchschnittlich 30 Prozent erwartet.

Bosch will von der Autoindustrie unabhängiger werden

"Wir haben den Geschäftsbereich gestartet, indem wir dort mit Akquisitionen eingestiegen sind, um eine Technologie zu haben und schnell in den Markt zu kommen", so Bosch-Solar-Chef von Hebel. Mit Ersol kaufte sich Bosch bereits den Großteil der Wertschöpfungskette von den Siliziumkristallen bis zum Modul ein.

Durch den Kauf von Aleo Solar 2009 erhielt Bosch einen weiteren Vorteil: Das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg und Prenzlau ist erfahren im Bau von Solarmodulen und verfügt über ein umfangreiches Installateurs- und Vertriebsnetz in Europa.

Im gleichen Jahr startete auch der Ausbau des zentralen Standorts der Solarsparte im thüringischen Arnstadt. Dort sind mittlerweile Verwaltung, Forschung- und Entwicklung sowie Produktion angesiedelt. An dem Standort arbeiten rund 2000 Menschen. Mittlerweile bietet Bosch bei der Photovoltaik die gesamte Palette von Modulen für Wohnhäuser bis hin zu ganzen Kraftwerken an.

Seit Jahren arbeitet der Stuttgarter Technologiekonzern hart daran, sich möglichst breit aufzustellen und unabhängiger vom Geschäft mit der Autoindustrie zu werden. 2010 erwirtschaftete der weltgrößte Autozulieferer 60 Prozent seines Umsatzes (28 Mrd Euro) im Geschäft mit dieser Branche. Zum Vergleich: Die Solarsparte erlöste rund 900 Millionen Euro. Weltweit hat der Bereich rund 3500 Mitarbeiter.

cr/rtr/dpa
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