Dienstag, 12. November 2019

Kooperation mit Eon Telekom steigt ins Stromgeschäft ein

Stromzähler: Intelligente Geräte sollen die Kunden jederzeit über den Stromverbrauch auf dem Laufenden halten

Seit rund einem Jahr versucht die Deutsche Telekom mit neuen Diensten die zunehmenden Umsatzverluste im Telefongeschäft aufzufangen. Nun steigt der Bonner Konzern ins Stromgeschäft ein und startet eine Kooperation mit Eon.

Düsseldorf/Bonn - Die Deutsche Telekom werde intelligente Stromzähler von Eon, sogenannte Smart Meter, mit dazugehörenden Ökostromtarifen des Versorgers in ihren Shops vertreiben, teilten der Bonner Konzern mit. Das Unternehmen werde zudem die Messtechnik installieren und die Verbrauchsdaten erfassen. So sollen Verbraucher Stromfresser identifizieren können.

Vorerst gibt es die Stromzähler in 50 Telekom Shops in Niedersachsen und Bayern. Online oder über das Smartphone können Kunden dann jederzeit den Stromverbrauch einsehen. Dabei gelten zwei unterschiedliche Tarifzeiten - einen teureren tagsüber und einen günstigeren nachts. So sollen die Kunden dazu gebracht werden, Haushaltsgeräte wie Wach- und Spülmaschinen in verbrauchsärmeren Zeiten anzustellen und so einen Beitrag zu einer effizienteren Auslastung der Stromnetze zu leisten. Es handele sich um einen Test, sagte ein Telekom-Sprecher. "Wenn sich die Geräte gut verkaufen, wird es sie auch in anderen Läden geben."

"Beide Branchen ergänzen sich hervorragend: Eon Börsen-Chart zeigen bringt neue Energieprodukte auf den Markt", sagte Gabriele Riedmann de Trinidad, Leiterin des Konzerngeschäftsfeldes Energie bei der Telekom. "Die Telekom baut die Eon Smart Meter ein, überträgt die Verbrauchsdaten und unterstützt im Vertrieb."

Intelligente Stromnetze gelten als Zukunftsmarkt. Mit einer Verbindung von Strom- und Datenfluss wollen die Versorger Verbrauchsdaten zeitnah sammeln und Stromangebot und -nachfrage besser in Einklang bringen. So soll das Netz gleichmäßiger ausgelastet werden. Langfristig ist es das Ziel, dass Haushaltsgeräte genau dann laufen, wenn die Nachfrage nach Strom niedrig und das Angebot etwa bei viel Wind oder Sonnenschein hoch ist. An intelligenten Zählern arbeiten alle großen Versorger und viele Stadtwerke. RWE Börsen-Chart zeigen etwa bietet sein viel beworbenes Smart Home bereits bundesweit an.

Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen will als Dienstleister mitverdienen. Für den Konzern ist der Einstieg als Dienstleister in den Strommarkt ein Geschäftsfeld, in dem sie wachsen und so die sinkenden Umsätze in ihrem Kerngeschäft wettmachen will. Die Telekom-Shops sollen künftig auch Geräte und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Gesundheit und der vernetzten Fahrzeuge anbieten. Das sei noch in der Planung, sagte der Sprecher. "Da wird sich in nächster Zeit noch einiges tun."

mg/dpa-afx

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