Sonntag, 21. April 2019

Deepwater Horizon Mitsui zahlt BP eine Milliarde für Ölpest-Kosten

Aufräumarbeiten nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Der japanische BP-Partner Mitsui zahlt nun dafür mit

Seit langem kündigt BP an, seine Partner für die Beseitigung der Ölpest-Folgen in die Pflicht zu nehmen. Nun zahlt das japanische Handelshaus Mitsui 1,1 Milliarden Dollar an den Ölkonzern. Dem BP-Aktienkurs tut die Nachricht gut - der Druck auf die übrigen Plattform-Beteiligten steigt.

London - Der britische Öl-Konzern BP bleibt nicht alleine auf den milliardenschweren Kosten der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko sitzen. Das Unternehmen erzielte am Freitag eine Einigung mit dem japanischen Handelshaus Mitsui, dessen Tochter MOEX mit zehn Prozent an der Erschließung des Macondo-Ölfelds vor der US-Küste beteiligt war. Demnach zahlt Mitsui 1,1 Milliarden Dollar.

Die Einigung ist für BP ein wichtiger Etappensieg bei den Bemühungen, die Verantwortung für die größte Ölpest in der US-Geschichte und damit auch die Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen. An der Londoner Börse legten BP-Aktien knapp vier Prozent zu.

"Das ist das erste Mal, dass einer der Partner anerkennt, dass alle in einem Boot sitzen und deshalb auch alle an den Kosten beteiligt werden sollten", sagte Analystin Irene Himona. So dürfte nun der Druck auf den ebenfalls am Macondo-Ölfeld beteiligten BP-Partner Anadarko Petroleum Börsen-Chart zeigenwachsen, dem Beispiel der Japaner zu folgen. Gemessen an seinem Anteil von 25 Prozent und auf Basis der Mitsui Börsen-Chart zeigen-Einigung müsste Anadarko etwa 2,7 Milliarden Dollar zahlen.

Allerdings sagte ein Insider zu Reuters, BP wolle in diesem Fall eine höhere Summe erreichen. BP hat die Kosten für das Schließen des Öllecks an der Plattform "Deepwater Horizon", die Beseitigung der Umweltschäden und die Entschädigung von Betroffenen auf mehr als 41 Milliarden Dollar taxiert. Nach Einschätzung von Anwälten könnten die tatsächlichen Kosten einschließlich Strafzahlungen allerdings doppelt so hoch ausfallen.

BP macht wiederum den Schweizer Subunternehmer und Ölfeld-Betreiber Transocean für das Desaster verantwortlich, weil dieser gegen Vorschriften verstoßen und damit fahrlässig gehandelt habe.

wed/rtr/dpa

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