Sonntag, 26. Mai 2019

Joint Venture Rosneft-Deal für BP wieder greifbar

Gibt es doch noch ein glückliches Ende? BP-Chef Bob Dudley (l.) und Rosneft-Präsident Eduard Khudainatov (r.) hatten im Januar die gemeinsamen, später in Frage gestellten Bohrpläne verkündet

Der britische Ölkonzern BP darf im Streit um Ölbohrungen im russischen Polarmeer wieder hoffen. Das Konsortium russischer Oligarchen, das gegen die Zusammenarbeit von BP und Rosneft geklagt hatte, scheint zu Verhandlungen bereit, berichtet das Wall Street Journal.

LONDON/MOSKAU - Kurz vor Ablaufen der Frist für eine Partnerschaft zwischen den Ölkonzernen BP und Rosneft sieht es einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge gut aus für die Briten. Unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise berichtet das "WSJ", dass es BP in letzter Minute gelingen könnte, den Widerstand des russischen Oligarchen-Konsortiums AAR gegen die Zusammenarbeit zu brechen. AAR hatte dagegen geklagt, dass BP und der Staatskonzern Rosneft gemeinsam im Nordpolarmeer Öl fördern.

Ein Vorvertrag könne an diesem Montag vorgestellt werden, hieß es. Montag war zugleich der Stichtag, an dem eine Entscheidung gefällt werden musste.

AAR habe seine Bereitschaft signalisiert, seinen 50-prozentigen Anteil am gemeinsamen Ölförderer TNK-BP zu verkaufen, schreibt das "WSJ". Dazu sind eine Reihe vor Transaktionen vorgesehen, an deren Ende Rosneft den Anteil der Oligarchen übernimmt. Im Gegenzug würde das AAR-Konsortium der Milliardäre Viktor Wechselberg, Michail Fridman, German Khan und Leonard Blavatnik jede Menge Geld und Anteile sowohl an BP als auch an Rosneft bekommen.

Vorvergangene Woche hatte ein Schiedsgericht in Stockholm entschieden, dass der zunächst von AAR geblockte, milliardenschwere Aktientausch des Ölmultis BP mit Rosneft unter Auflagen doch stattfinden dürfe. Bedingung: Die beiden Unternehmen müssten das russisch-britische Joint Venture TNK-BP an ihren Plänen zur Öl- und Gasförderung in der Arktis beteiligen. Das AAR-Konsortium hatte die Entwicklungen positiv aufgenommen.

BP und Rosneft hatten Ende Januar eine gemeinsame Ausbeutung des russischen Festlandsockels im Nordpolarmeer sowie einen Aktientausch in Milliardenhöhe vereinbart. Doch gegen den Deal hatte AAR rebelliert. Die Oligarchen beriefen sich auf den Gesellschaftervertrag von TNK-BP, der BP nicht ohne Zustimmung von AAR mit anderen Partnern Projekte in Russland angehen dürfe. AAR erwirkte eine einstweilige Verfügung. Mehrere außergerichtliche Schlichtungsversuche scheiterten bislang.

krk/dpa

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