Angeschlagener AKW-Betreiber Japan stützt Tepco mit 43 Milliarden Euro

Der Staat greift Tepco unter die Arme: Ein gigantischer Fonds über 43 Milliarden Euro soll dem japanischen AKW-Betreiber helfen, Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima zu entschädigen. Im Gegenzug soll der Konzern umgebaut werden - und einen Teil des Geldes zurückzahlen.
AKW Fukushima: Betreiber erhält Hilfe vom Staat

AKW Fukushima: Betreiber erhält Hilfe vom Staat

Foto: REUTERS/ JMSDF

Tokio - Das havariertes Atomkraftwerk Fukushima kommt Japan und den Betreiber Tepco teuer zu stehen: Die japanische Regierung will Tepco mit einem Milliardenbetrag vor dem finanziellen Ruin bewahren. In einen Spezialfonds will der Staat Anleihen im Wert von umgerechnet 43 Milliarden Euro transferieren, wie führende Politiker am Mittwoch sagten. Die Bonds könnten dann von Tepco in Bargeld umgewandelt werden, um die Opfer der Atomkatastrophe zügig zu entschädigen. Pläne für einen solchen Fonds waren im April bekannt geworden.

Tepco hat als Gegenleistung für die Unterstützung der Regierung drastischen Sparmaßnahmen und einer umfassenden Umstrukturierung des Unternehmens zugestimmt. Zudem soll das börsennotierte Unternehmen 13 Jahre lang einen Teil des Betrags an die Regierung in Tokio zurückzahlen. Auch andere Energiekonzerne sollen den Plänen zufolge Tepco unterstützen. Das japanische Kabinett soll das Vorhaben am Donnerstag absegnen.

Tepco hatte am Dienstag rund zwei Monate nach dem verheerenden Tsunami und dem darauffolgenden Atomunglück Staatshilfen beantragt. Die Kassen des Konzerns sind derzeit leer. Tepco muss allein umgerechnet rund 8,75 Milliarden Euro aufbringen, um die ausgefallene Stromproduktion in Fukushima aufzufangen.

Wegen der Katastrophe verbuchte Tepco einen Rekordverlust - im März endet das Geschäftsjahr, und es ist ein Fehlbetrag von mehr als einer Billion Yen (8,6 Milliarden Euro) aufgelaufen. Das ist der größte Verlust, den ein Konzern außerhalb des Finanzsektors jemals in Japan gemacht hat. Vor allem die Kosten für das Herunterfahren der Unglücksreaktoren und Abschreibungen auf Vermögenswerte drückten das Ergebnis in die roten Zahlen.

Wegen der Katastrophe in Fukushima hatte die Regierung eine radikale Wende ihrer Energiepolitik angekündigt. Ursprünglich sollte der Anteil der Atomenergie von bisher rund 30 Prozent auf 50 Prozent bis 2030 steigen. Künftig will das Land mehr Gewicht auf erneuerbare Energien legen.

ulz/rtr/dpa-afx
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